Hallo, Guten Tag. Kommt herein und setzt Euch. Wollt Ihr einen Tee?
Ach ja, Fußball. Das Wort „Spanien“ darf man heute wahrscheinlich nicht laut aussprechen, zu groß ist die Trauer über das verlorene Fußballspiel. Aber gerade von Spanien wollte ich Euch erzählen.
Wolle ist nicht gleich Wolle. Die Merinowolle z.B. ist eine sehr hochwertige Wolle, die von Merinoschafen gewonnen wird. Sie ist sehr fein und sehr elastisch. Man nimmt an, dass es die Berber waren, die im Mittelalter die Merinoschafe mit nach Spanien brachten. Daher kommt offensichtlich auch ihr Name, von der Berberdynastie der Meriniden. In Spanien fanden die Schafe ideale Bedingungen und entwickelten sich prächtig. Spanien wurde zum wichtigsten Wolllieferanten. Das spanische Königreich untersagte bei Todesstrafe die Verbringung von Merinoschafen ins Ausland. Der Handel mit der sogenannten spanischen Wolle war bis zum 18.Jahrhundert ein Privileg Spaniens und brachte dem spanischen Königshaus Wohlstand und Reichtum. Zwei bis vier Kilogramm Wolle geben die einzelnen Tiere.
Die spanischen Schafe waren begehrt, denn je feiner die Wolle, umso feiner das Tuch. Im Jahr 1765 fragte Prinz Xaver von Sachsen beim König von Spanien an, ob man Merinoschafe erwerben kann. Und was glaubt Ihr, Carl III. verschenkte an Sachsen Schafe.
Am 6. Mai wurden die Schafe im Hafen von Cadiz auf ein Segelschiff geladen. Sage und schreibe sechs Wochen dauerte die Schiffsreise. Am 16. Juni erreichte das Schiff Hamburg. Dort war das Schafabenteuer noch lange nicht zu Ende. Begleitet von einem spanischen Schäfer und seinem Knecht wanderte die Herde durch die Lüneburger Heide, den Harz und Thüringen nach Sachsen. Am 31. Juli schließlich waren Schafe und Schäfer in Stolpen angekommen.
Deutsche Aussiedler nahmen Schafe mit nach Australien. Aber davon erzähle ich vielleicht ein andermal. Das erste Schaf zu dem ich engen Kontakt hatte war ein Merinoschaf.
Ach, Ihr müsst los. Ich hoffe, es hat Euch bei mir gefallen und Ihr schaut mal wieder herein.

Danke für den Tee
Warum hat der König von Spanien denn einfach sein Monopol aufgegeben und die Schafe sogar verschenkt?
[Antwort]
Hallo,liebe Silke,
warum Carl III. von Spanien die Schafe an Sachsen verschenkte, kann ich nur vermuten.
Das Monopol war nicht mehr aufrecht zu erhalten. Die maritime Vorherrschaft Spaniens gab es nicht mehr.
Der siebenjährige Krieg war vorbei und hatte katastrophale Auswirkungen. Carl III. war ein Halbbruder der Maria Theresia und die lag ja bekanntlich in Fehde mit Preußen. Sachsen, als österreichischer Verbündeter, wurde von Preußen besetzt und hatte besonders unter den Plünderungen, Zwangsrekrutierungen und Kontributionszahlungen zu leiden.
Schau ruhig mal wieder herein. Ich freue mich.
[Antwort]
Hallo,
danke für die ausführlich Antwort, das finde ich sehr spannend. Und auch, weil die Schafe so eine weite Reise hatten, das war bestimmt anstrengend. Damals war es bestimmt noch weniger komfortabel als heute, aber dafür wurden die Schafe vielleicht mehr gehütet und umgarnt, weil sie so kostbar für die Menschen waren.
Liebe Grüße,
Silke
[Antwort]