Ach, Guten Tag. Setzt Euch doch zu mir. Möchtet Ihr etwas trinken?
Ja, ja, ich bin beim Wolle haspeln. Und da fällt mir doch gleich eine Geschichte ein.
Manchmal hört man Gespräche mit. Nicht, dass man lauscht, aber manche geben sich überhaupt keine Mühe, Ihre Lästertiraden leise abzulassen. Und da hört man plötzlich: „Ich habe XYZ gesehen. Meine Güte, ist das ein alter Knacker geworden.“ Die wenigsten wissen, dass der Ausdruck „Alter Knacker“ aus den Spinnstuben kommt.
Im Dorf hatte jeder seine Aufgabe: Feld bestellen, ernten, Vieh versorgen, … Wenn in den Spinnstuben die Wolle versponnen und verzwirnt war, musste sie wieder herunter von den Spulen. Sie wurde gehaspelt. Die Wolle wurde an der Haspel festgebunden und durch Drehung der Kurbel zu einem gleichmäßigen Strang „gewickelt“. Manche Haspeln aus Holz waren so gebaut, dass sie ein knackendes Geräusch hören ließen, wenn eine Umdrehung geschafft war. Wenn man immer schön mit zählte, wusste man am Ende die Lauflänge der Wolle.
Während die Mädchen spannen, wurde das Haspeln von älteren Männern übernommen. Um so manche Spinnstube schlichen garantiert junge Burschen, aber der „Alte Knacker“ passte schon auf, dass sie den Mädchen nicht zu nahe kamen.
Oh, jetzt habe ich mich „verhaspelt“. Gut, da fange ich eben noch mal von vorne an.
