Es war für mich immer eine große Freude, den Lämmerkindergarten in der Herde zu beobachten. Früh, nachdem die Lämmer bei den Mutterschafen getrunken haben, gehen die „Großen“ ihrer Haupttätigkeit nach: sie fressen die Wiesen ab bis auf die Grasnarbe. Es kommt natürlich immer auf das Gewicht des Schafes an, aber 3 bis 4 kg Gras fressen die Schafe schon.
Die Lämmer tummeln sich derweil im „Lämmerkindergarten“. Es wird gehüpft und unermüdlich über Erdhügel gerutscht, Stoßkämpfe mit den Köpfen ausgefochten oder einfach eine wilde Jagt veranstaltet.
Man könnte meinen, die Lämmer haben Spiralen unter den kräftigen Beinchen. Es kommt vor, dass bei der wilden Jagt auch mal der amtierende Schafbock Julius angerempelt wird. Normalerweise reagiert der auf Rempeleien immer etwas „stinkig“. Zu den Schafkindern ist er unglaublich sanft. Mit seinem großen Kopf schiebt er sie ganz sacht beiseite. Nur wenn das Gehoppse in seiner Nähe gar kein Ende findet, stampft er mit dem Vorderbein. Schließlich ist die Weide groß genug.
Einige Mutterschafe halten sich immer in der Nähe der Lämmer auf. Manchmal legen sie sich auch nieder, aber immer wachsam und bereit, die kleinen Schafe in die Herde zu treiben.
Wenn das nur bei uns Menschen auch immer so wäre. Nun sind wir wahrlich keine Herdentiere, aber leben trotzdem auf recht engen Raum zusammen. Und manchmal wissen wir nicht, wie es Nachbars Kindern geht.
Der Lämmerkindergarten
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