Der Sommer geht ganz langsam zu Ende und Früchte und Getreide werden auf den Feldern geerntet. Mähdrescher fahren, Heu und Getreide wird transportiert. Auf den Wiesen liegen „Riesen“-Heurollen.
Mich hat schon immer interessiert, wie die Menschen früher gelebt haben, vor 2010 Jahren, oder noch früher. Manchmal versuche ich mir das vorzustellen. Ich weiß nicht, warum mich gerade die Kelten so faszinieren. War es ihre Weisheit, Tapferkeit, Kreativität oder Naturverbundenheit? War es die Suche nach Werten und deren Verständnis – die Queste , die einmal die Gemeinschaft betrifft, aber auch jeden Einzelnen, der sich auf seine ganz eigene Suche machen muss.
Am ersten August oder am ersten Vollmond danach fand das dritte Fest im keltischen Jahreskreis statt, Lugnasad, genau zwischen der Sommersonnwende und der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche. An Lugnasad danken die Menschen den Göttern und der Mutter Erde für die Gaben, für das Getreide und die Früchte auf den Feldern. Hagel, Regen, Sturm konnten innerhalb weniger Minuten die Ernte vernichten. Dann war die Existenz bedroht, weil es weniger Vorräte für die lange, dunkle Jahreszeit gab.
Es gibt viele Geschichten um dieses Erntefest. Eine erzählt, dass der Gott Lugh von Ähre zu Ähre sprang, während das Korn geschnitten wurde. Sind die letzten Halme geschnitten, stirbt Lugh. Die schwangere Göttin trauert um ihn, aber sie weiß, dass er im ewigen Kreislauf von Leben und Tod wiedergeboren wird. Sie trägt ihn doch schon in sich. Das Getreide fängt den Kreislauf als Keimling an, sichert mit seinem Tod die Existenz der Menschen und liefert die nächste Saat. Es muss also immer ein Schnitt gemacht werden, damit Neues keimen und entstehen kann. Und dann kehrt auch Lugh zurück und der Kreislauf beginnt von vorn.
Es war Sitte, dass zu Lugnasad aus dem frisch geernteten Korn Brot gebacken wurde. Einige Ähren und etwas vom frischen Brot blieben auf dem abgeernteten Feld liegen als Gabe für die Kornmutter.
Uns sollte diese Zeit der Ernte etwas besinnlich stimmen, über die Kreisläufe in der Natur und unsere eigene Stellung in dem Gefüge. Und wenn ich irgendwann einmal Lugnasad feiere, seid Ihr herzlich eingeladen.


Weißt du, liebe Gudrun, das sieht und klingt immer so schön harmonisch, wohltuend. Man möchte sich dir gleich anschließen.
Hab einen schönen Tag und lieben Gruß.
Heike.
[Antwort]
Ach, etwas Harmonie kann man sich selber schaffen. Man muss es auch, weil man sonst den Dauerdruck der Emotionen, auch vieler negativer, und aller Verpflichtungen nicht aushält. Ich habe mich oft gefragt, wie die Menschen das früher gemacht haben. Sie hatten Normen, Werte, Traditionen, Rituale und immer viel Geselligkeit.
Ich will nicht „das Früher“ zurück, aber nachdenken , wie jeder einzelne und vielleicht auch die Gemeinschaft in Ruhe die nächsten Aufgaben packen kann, auch wenn sie nicht leichter werden.
Ich wünsch’ dir auch einen richtig guten Tag.
[Antwort]
Hallöchen!
Ich mag die keltischen Feste total, die Rituale sind total schön, sie befreien und schaffen einen guten Start in die neue Jahreszeit.
Die vier Jahresfeste werden oft auch mit den verschiedenen Stufen eines Lebens verglichen, also Kind, Jugendlicher, Erwachsener, Greis und in dem Sinne auch den vier Bewusstseinsstufen. Das ist super spannend und es ist, wie du schon schreibst, schade, dass sich so wenige damit auseinandersetzen.
Liebe Grüße und einen schönen Tag wünsch ich dir!
[Antwort]
Und weil das so ist, liebe Silke, möchte ich davon erzählen. Ganz viele alte Weisheiten der Völker geraten in Vergessenheit, werden kaputt geredet, weil sie nicht ins Bild passen, als “unzeitgemäß” abgetan …
Viele Jahreskreisfeste wurden von den Christen übernommen. Nicht aber Lugnasad, weil man den Gott Lugh mit Luzifer gleich setzte, also dem Teufel. Gut, das ist wieder eine ganz andere Geschichte.
Ich wünsche dir einen schönen Tag.
[Antwort]