So, es ist erst einmal vollbracht.
Ich habe gestern im Mehr-
generationenhaus in Markranstädt den ganzen Tag mit Kindern Wolle gekämmt, einen Faden gedreht, gesponnen und gefilzt. Und erzählt, und erzählt … Das Lampenfieber war natürlich weg in dem Moment, als ich meine Kiepe ausgepackt habe: Alles richtige Schätze.
Ein Schaf konnte ich nicht mitbringen, aber ein Körbchen mit Rohwolle, so wie sie vom Schaf kommt. „Das haben sie nackig gemacht“, sagte ein kleiner Junge. Wir konnten mal so richtig in die Wolle fassen, sie konnte ja nicht weglaufen. Wir haben das Warme, Weiche gespürt, festgestellt, dass sie gut riecht und haben unseren Händen mit dem Wollfett etwas Gutes getan. Und was wir alles fanden in der Wolle: Strohstückchen, Kletten, Grassamen. Leider konnte jeder nur kurz an das Spinnrad, denn ich besitze nur eins. Aber, irgendwann werden wir unsere eigene Wolle herstellen und etwas daraus stricken.
Dann haben wir das Schäfchen Paula kennengelernt, die jeden Tag, wenn sie mit ihrer Herde auf den Hof kam, etwas von ihrer Wolle verschenkte: der Ente und den Gänsen zum Nestbau, dem alten Hofhund, weil es in seiner Hütte wie Hechtsuppe zog, dem Pferd, damit es nach getaner Arbeit seinen linken Vorderhuf daraufstellen konnte … Na, jedenfalls sah Paula nach einiger Zeit gar nicht mehr gut aus. Wir haben dann einer Paula aus Papier ein neues, schönes Fell geschenkt, indem wir Wolllöckchen aufgeklebt haben.
Natürlich wollten wir auch noch etwas herstellen aus Wolle, zum Mitnehmen und Verschenken. Zuerst haben wir Ausstechformen mit Wolle gefüllt und mit der Filznadel verdichtet. Ja, es hat sich auch manchmal jemand gepikst, aber nicht dolle. Das hat niemand abgehalten, weiter zu machen. So entstanden schließlich auch noch Mäuse, Mäuse, Mäuse.
Beim Filzen kann man ganz wunderbar schnattern und das haben wir auch ausgiebig getan. Nur Liesa (Name geändert) wurde plötzlich traurig, als sie erzählte, dass sie nochmal in die erste Klasse muss. Vielleicht habe ich bald die Geschichte vom Schäfchen Paula aufgeschrieben. Die kann dann Liesa ganz alleine lesen. Diese Aussicht zauberte ein kleines Lächeln in ihre Augen.
So, Mäuse kann ich in der nächsten Zeit nicht sehen, aber die nächste Veranstaltung ist schon in Planung.

Das klingt so gut, liebe Gudrun, ich freue mich sehr!!
Hab einen schönen Abend, lieben Gruß.
Heike.
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Die Vorbereitung ist immer recht “gewaltig”, dann sind es aber immer die ganz kleinen Dinge am Rande, die schön sind und Genugtuung bieten, dass man nicht umsonst tätig war.
Liebe Heike, ich wünsche dir einen schönen Tag.
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