Bei meiner Spurensuche war ich heute im Inet unterwegs, bin auf eine interessante Bloggeraktion von Grünspar gestoßen. Ich finde es gut, wenn man sich ein wenig Zeit nehmen soll und einfach mal darüber nachdenkt über die Nutzung von Ressourcen. Ich möchte nicht über meine Energiesparlampen schreiben und auch nicht über meine Mülltrennung. Ich schreibe über mein Schafwollprojekt.
Als vor einigen Jahren schon einmal ein Hochwasser in Sachsen wütete, diskutierte man viel, wie man die Deiche pflegen sollte, die vor Hochwasser schützen sollen. So kamen sie wieder ins Gespräch, die ökologischen Landschafts- und Deichpfleger: die Schafe. Nicht nur, dass sie die Vegetation „kurz hielten“ und dafür sorgten, dass Wildwuchs an Bäumen verhindert wird, deren Wurzeln viel Schaden anrichten können. Die Schafe üben mit ihren Beinen und harten Klauen ganz ordentlichen Druck auf den Boden aus. Er wird verdichtet und Wühlmäuse haben keine Chance.
Bis hierher wird jeder sagen: „Fein, stellen wir mehr Schafe auf die Dämme, auf die Wiesen, in unwegsames Gelände, wo man mit Technik schwer hin kommt“.
Ich habe mit vielen Schäfern gesprochen und die meinten: „Schafzucht lohnt sich nicht mehr.“ Zwar gibt es immer mal Fördermittel, aber die zu beantragen ist langwierig, umständlich und kompliziert. Zudem sind die Preise für Lämmer und Schaffleisch im Keller, und der Erlös aus der Wolle deckt nicht mal die Kosten für die Schafschur.
Erst vor Kurzem wurde die Schafwolle als nachwachsender Rohstoff vom Landwirtschaftsministerium anerkannt. Ein wenig spät, finde ich. Stattdessen karren wir die Wolle aus Neuseeland, Südamerika und Australien her. Von Massentierhaltung ist da oft die Rede und von Züchtungsmethoden, die gruslig sind. Wenn Handel getrieben wird, finde ich das schon in Ordnung, denn wer handelt schießt nicht. Wenn aber die heimischen Schäfer den nachwachsenden Rohstoff Wolle unterackern, finde ich das schon bedenklich. Und es kann mir keiner erzählen, dass es ökologisch ist die Wolle einen solch weiten Weg zurück zu legen lassen.
Man muss allerdings auch über die Ansprüche der Verbraucher selbst reden. Kleidung soll bügelfrei sein, waschbar, nicht einlaufen… Produkte aus Schafwolle z.B. sollen nicht “kratzen”, kein Lanolin enthalten, weil einige allergisch darauf reagieren, in der Maschine waschbar sein, Motten standhalten, in modischen Farben erscheinen und natürlich ewig in Form bleiben bei stärkster Beanspruchung. Die Schafwolle bringt aber derartige Eigenschaften von Natur aus nicht mit und so wird geschliffen, geätzt, gefärbt, geschwefelt, Lanolin entfernt, die Faser wieder mit anderen Wachsen überzogen, Insektenschutz zugefügt…
Was kann ich tun? Ich erzähle in meinem Schafwollprojekt über Schafe, Ökologie, nachwachsende Rohstoffe. Ihr könnt mir glauben, dass Socken aus reiner Schafwolle unseren Füßen unheimlich gut tun und Rekeln auf einem Schaffell ist zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis. Wenn es noch aus einheimischer Produktion ist, macht‘s auch noch ein gutes Gewissen.

Guten Morgen liebe Gudrun und danke für diesen sehr interessanten Artikel.
Und soll ich dir mal was sagen? Ich freue mich sehr darauf, wieder in Schafwollsocken ohne Schuhe durch meine Wohnung zu laufen und in meinem Sessel zu sitzen, den Rücken wärmt mit dabei ein Schaffell. Mein Hund liegt mit Vorliebe auf seinem Schaffell, ich bringe es oft zur Reinigung (ich weiß, auch nicht ökologisch, diese chemische Reinigung, vielleicht sollte ich einfach jährlich ein neues Schaffell kaufen?), weil er es nicht hergeben mag.
Du hast recht mit deinem Artikel.
Dir einen schönen Tag und alles Liebe!
Heike
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Liebe Heike,
es gibt auch Schaffelle, die waschbar sind, sogenannte medizinische Felle, die besonders für Babys zu empfehlen sind. Über die Waschbarkeit entscheidet das Gerbeverfahren. Diese Felle sind aber nicht mehr so schön weiss, sondern durch das Gerben mit Relugan gelblich. Manche mögen sie deshalb nicht so sehr.
Ich wünsche dir auch einen schönen Tag, einen etwas sonnigeren, ohne nötiges Schaffell.
Liebe Grüße, die Gudrun
[Antwort]
Hallo Gudrun,
ein wirklich interessanter Post, danke dafür!
Vieles davon wusste ich nicht und gebe zu, dass ich mich auch noch nicht so sehr damit beschäftigt habe.
Ich bewundere nur immer, wenn ich eine Schafherde sehe, wie die Schäfer und die Hunde das managen.
Aber ich werde mir in Zukunft mehr Gedanken über das Thema machen, denn ich sehe es genau wie Du, dass wir die inländische Schafzucht unterstützen sollen!
Liebe Grüße zu Dir
Katinka
[Antwort]
Liebe Katinka, wenn mir vor Jahren jemand gesagt hätte, ich soll mal reine Wolle verarbeiten, dann hätte ich mir wahrscheinlich an den Kopf gegriffen, denn: Schafwolle kratzt, läuft beim Waschen ein… Stimmt aber gar nicht, im Gegenteil. Und sie nimmt viel Feuchtigkeit auf. Manche tragen nur Schafwollsocken, vor allem in Arbeitsschuhen. Ach ich schwatze schon wieder!
Liebe Grüße an dich, und wie die Schäfer und Hunde das machen, schreibe ich ein andermal.Ich durfte das ausprobieren.
[Antwort]
Hallo Gudrun,
vielen Dank für diesen interessanten Artikel.
Ich bin zwar viel in der Natur und genieße es immer, den Schäfer mit der Herde zu treffen, bleibe lange bei den Schafen stehen und beobachte sehr genau…
Doch ich muss zugeben, so richtig habe ich mit dem Thema noch nicht beschäftigt. Ich werde das ganz bestimmt nachholen. Danke für den kleinen ‘Denkanstoß’
Liebe Grüße am Mittwoch
Bärbel
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Liebe Bärbel,
ich freue mich sehr über deine Zeilen und das spornt auch an. Ich blogge noch nicht lange, muss noch viel lernen.
Von den Schafen, Schäfern und Hütehunden werde ich noch so einiges zu berichten haben. Es gab eine Zeit, da habe ich selber gehütet und das war recht lustig, weil es zahlreiche Missverständnisse gab zwischen mir und den Tieren
Liebe Grüße an dich , die Gudrun
[Antwort]
Danke für diesen informativen Artikel, liebe Gudrun. Gerade hier auf der Schwäbischen Alb gibt es noch einige Schafherden. Ich fand die bisher einfach nur romantisch und fotogen, habe mir aber überhaupt keine Gedanken gemacht.
LG Ute
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Liebe Ute, du wohnst in einer sehr schönen Gegend. Bei uns muss erst wieder eine entstehen. Der Tagebau hat viel Schaden angerichtet, aber gute Ansätze im Leipziger Neuseenland gibt es schon.
Liebe Grüße, die Gudrun
[Antwort]
Liebe Gudrun,
dein Artikel liest sich so schön, dass man mit Freude Schafswollesocken tragen will. Der Verbrauchen möchte alles giftfrei, aber preiswert. Das ist leider mit vielen Dingen des täglichen Lebens so! Glücklicherweise sehen das nicht alle Konsumenten so! (Ganz leise…ich esse Lamm schrecklich gern, helfe ich dann auch? Blöde Idee oder?)
Liebe Grüße,
Emily
[Antwort]
Ja, du hilfst da auch, liebe Emily, denn die meisten Lämmer, besonders die männlichen, enden auf dem Teller.Früher gab es in unseren Breiten noch Hammelherden (kastrierte Widder),weil sie eine feinere Wolle gaben als die Mutterschafe, die entweder trächtig waren oder Lämmer nähren mussten.
Wenn die Lämmer artgerecht gehalten werden, nicht mit Antibiotika vollgestopft werden, keine endlosen Tiertransporte ohne Futter und Wasser erleiden müssen und die Schlachtung schnell und schmerzlos abläuft, ist das schon alles in Ordnung.
Liebe Grüße und lass dir die Lammrippchen gut schmecken.
[Antwort]
@ Emily
Ich hab noch was vergessen: Das Lamm ist im Zunftzeichen der Fleischerinnung!!!
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Glück gehabt
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