Es gibt manchmal Lebensabschnitte, da meint man, dass eine Woge an persönlichem Pech über einem zusammenschlägt. Man wird krank, alle Medizin der Welt hilft nicht und man hat das Gefühl, dass es mit jedem Tag schlimmer wird.
In einer solchen Situation begab ich mich in den Pappelwald am Kulkwitzer See, nahe Leipzig, und traf auf eine Schafherde. Zur Herde gehörten auch zwei Hütehunde, und während ich mit den Schäfer schwatzte, spürte ich, wie sich einer der Hütehunde an mein Bein schmiegte. Als ich wieder gehen wollte, kam der Hund mit mir und ich musste dem Schäfer zurufen, dass er seinen Hund zurück pfeifen soll.
Ich hatte dem Hund in die Augen gesehen und habe noch nie in meinem Leben einen so bittenden Blick gesehen. Seine Augen waren milchig getrübt und sein Fell total verfitzt und verklebt. Keine Frage: ich musste wieder kommen. Später erfuhr ich, dass der Hütehund schon sehr alt war und eigentlich zum Sterben mit nach Hause genommen worden war. Dann entschied man sich, dass der Hund die letzten Tage bei den Schafen verbringen durfte, denn dort gehörte er hin und dort war er immer. Auf der Weide rief aber auch die Pflicht und so lange noch Leben im Hund war, stand er neben dem Schäfer.
Als ich am Abend bei den Hundehütten auf der Schafweide ankam, saß der Hund kerzengerade vor seiner Hütte und sah mich an. Er musste gewartet haben. Woher aber wusste er, dass ich komme. Ich hatte Hundefutter mit, aber wenn ich es hinhielt, drehte der Hund den Kopf weg. Klar, Hütehunde dürfen nichts nehmen von Fremden. Wenn ich Schafe klauen wöllte, würde ich auch zuerst die Hunde außer Gefecht setzen. Der Hund verweigerte allerdings schon lange das Fressen. Er hatte aber nicht mit meiner Sturheit gerechnet und irgendwann, wahrscheinlich, dass Ruhe wird, fing er an zu fressen. Etwas. Etwas mehr. Alles.
So ging das tagelang. Bei Wind und Wetter machte ich mich auf zu den Hütehunden. Plötzlich stellte ich fest, dass die Augen des Hundes nicht mehr trüb waren. Das verklebte Fell hatte ich abgeschnitten. Man fragte mich, woher ich das könne. Ich hatte aber einfach nur den Hund „nachgeschnitzt“.
Hüten sollte der Hund nicht mehr. Der Schäfer überließ mir eine Leine und so begannen wir Ausflüge zu machen. Jeden Tag. Es tat uns beiden gut. Der alte Hütehund dachte nicht mehr an‘s Sterben und mein Alltag war nicht mehr so grau.
Es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen der alten Hütehündin Asta und mir, die vorher noch nie etwas mit Hunden zu tun hatte. Und, wie es weiter ging? Davon erzähle ich ein andermal.

Jetzt habe ich Gänsehaut und möchte unbedingt mehr hören!!
Guten Morgen liebe Gudrun.
Was für eine schöne Geschichte.
Erst traurig und hoffnungslos und dann die Wende … wie geht es weiter!!!?
Liebe Grüße und knuddle mir den Schnuffi mal. Ich hoffe, es gibt ihn noch!
Heike
[Antwort]
Liebe Gudrun,
Heike hat eigentlich schon alles gesagt.
Ich möchte auch mehr hören, denn du erzählst eine wundervolle Geschichte.
Ganz herzlichen Dank!
LG Bärbel
[Antwort]
Ich erzähle noch weiter, liebe Heike, denn mit Asta habe ich so viel erlebt, einen ganzen Sommer lang, und hätte nie gedacht, dass ich mich mal so gut mit einem Hund verstehe.Aber, ich glaube Hütehunde sind auch stark für menschliche Signale empfänglich.
Dir auch einen guten Morgen (na, eigentlich ist fast Mittag!) und Schnuffi gibt es noch.
[Antwort]
@ Bärbel
Die Geschichte von Asta werde ich weiter schreiben, denn sie spielte eine große Rolle in meinem Leben.
(…und ich in Astas wahrscheinlich auch)
Liebe Grüße an dich
[Antwort]
Das ist wirklich sehr schön. Ich weiß, wieviel Kraft Tiere einem geben können und wie treu sie sind, wenn man sich um sie kümmert. Das ist das tolle an Tieren: sie schauen nicht, wie man angezogen ist, ob man Geld hat, oder immer nur gut drauf ist. Sie schließen einen einfach so ins Herz, wenn man gut zu ihnen ist.
Liebe Grüße und bis morgen *freu*
[Antwort]
Eine rührende, wunderschöne Geschichte, liebe Grudrun. Ich glaube Asta und du, ihr habt euch gesucht und gefunden. Ich freue mich sehr auf deinen weiteren Bericht.
LG Ute
[Antwort]
Wie Recht du hast, liebe Nissa. Vielleicht war es gerade das, was mir so gut tat. Ich habe soeben das nächste Asta-Bild bearbeitet. Wir sehen aus, wie die Strauchdiebe, na eigentlich nur ich. Aber die Unternehmungen mit diesem Hund waren einfach toll, und ich wusste, dass ich mich 100% auf Asta verlassen konnte.
Liebe Grüße und noch einen tollen Freitag
[Antwort]
Eine wundervolle Geschichte liebe Gudrun. Ich habe direkt eine Gänsehaut bekommen und freue mich schon auf die Fortsetzungen!
Einen schönen Freitag & liebe Grüße,
Emily
[Antwort]
Hallo liebe Gudrun,
eine wundervolle, berührende Geschichte, die auch bei mir Gänsehaut hervorgerufen hat!
Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung.
Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Katinka
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@ Katinka
Danke, liebe Katinka, von Asta, ihrem Kumpel Moritz und den Schafen habe ich noch viel zu erzählen.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
[Antwort]
Eine wahnsinnig tolle und so gefühlvolle Geschichte Gudrun … ich bin gespannt, wie es weiter ging
[Antwort]
Ja, ich möchte meiner Asta schon ein kleines Denkmal setzen. Sie hat mir so geholfen.
Liebe Grüße und noch einen schönen Abend.
[Antwort]