Drei Tage ging ich mit dem Schäfer und der Herde mit. Asta und Moritz freuten sich, dass ich sie auf Arbeit begleitete. Immer wenn sie losmussten, die Herde zurück zu holen, setzten sie sich anschließend vor mich hin, wedelten mit dem Schwanz und schauten mich erwartungsvoll an: „Na, wie haben wir das gemacht? Sind wir nicht tolle Hunde?“ Klar waren sie das. Und das habe ich ihnen auch gesagt. Und schimpft jetzt nicht. Ich habe ihnen auch mal ein Leckerli zu gesteckt.
Der Schäfer war nicht sehr gesprächig. Also habe ich ihm Löcher in den Bauch gefragt. Am Abend des dritten Tages erhielt ich einen Anruf: Es ist jemand krank geworden, keiner hat Zeit für die Schafe, ich solle doch morgen mal Hüten gehen. Ups. Das Herz rutschte mir in die Hosentasche. Weil ich aber so die große Klappe gehabt hatte, wagte ich es nicht, abzusagen. Jawohl, ich würde am anderen Tag hüten gehen.
Na, die Nacht war, wie solche Nächte halt sind, ständig wach, wegschlummern mit Alpträumen, jede Stunde auf die Uhr schauen… Ständig träumte ich von Hyänen und Wölfen, von schrecklichen Abgründen und fehlenden Schafen.
Am anderen Morgen zog ich mit meinem gepackten Rucksack los. Oh, was schleppte ich da alles mit mir herum: Wasser für mich, Wasser für die Hunde, Verbandszeug, Kamm für die Hunde, Regenmantel, Messer, Handy…
Zuerst machte ich meine Hunderunde, wie immer. Asta nahm ihr Bad, Moritz markierte fleißig das Revier. Und dann wurde es ernst. Ich nahm das Schäfergeschirr und machte mich auf zu den Schafen. Je näher ich dem Pferch kam, umso kleiner wurden meine Schritte, und umso langsamer wurde ich. Oh, Gott, da hatte ich mich auf etwas eingelassen!
Die Schafe ruhten noch als ich kam. Mit den beiden Hunden im Schlepptau umrundete und inspizierte ich den Pferch. Es war alles in Ordnung. Am Liebsten wäre ich noch einige Male um den Pferch gewandert, aber es half nichts. Ich musste! Mir zitterten die Hände, als ich den Eingang öffnete. Ich schaffte eine breite Öffnung, durch die die Herde den Pferch verlassen und durch die sie auch am späten Nachmittag wieder einrücken sollte. Fein gedacht, aber die Schafe kamen nicht. Sie dachten gar nicht daran, den Pferch zu verlassen. Ich rief nach Moritz. Komischerweise erkannte der Hund sofort, was er tun musste. Mit einem Satz sprang er über das Netz und bellte. Das muss deutlich gewesen sein, denn die Schafe setzten sich endlich in Bewegung und folgten mir.
So begann unser erster Hütetag. Und von unseren kleinen Abenteuern erzähle ich ein andermal.


Das war sicherlich ein apsnnender Tag für Dich und ich bin schon gespannt auf die Fortsetzung. So eine Herde in Schach zu halten, stell ich mir so als totaler Laie ja wahrlich nicht einfach vor.
[Antwort]
Hallo liebe Gudrun,
Deine Aufregung kann ich gut verstehen – das ist aber auch ein Abenteuer!
Ich bin sicher, Du hast es gut gemeistert und gespannt auf die Fortsetzung
Liebe Grüße
Katinka
[Antwort]
@ Frau Momo
Naja, ich hatte ja die Hunde, und wir verstanden uns mittlerweile ganz gut. Ich hatte nur zu entscheiden, wann ich sie losschicken soll, um die Schafe zu holen. Mir war ständig so, als ob die Schäfchen nur darauf warteten, abzudampfen. So war’s natürlich nicht.
Sei lieb gegrüßt.
[Antwort]
@ Katinka
Oh ja, aufgeregt war ich. Und wie! Ich getraute mir nicht, die Augen von den schafen zu lassen.
Liebe Grüße und einen herrlichen sonnigen Tag.
[Antwort]
Gudrun, das ist ja interessant und spannend. Du beschreibst das wunderbar. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
LG Ute
[Antwort]
@ Ute
Ach, an dem Morgen war ich nicht so richtig glücklich. Ich hatte eine Angst, musste dauernd pullern, getraute mich aber nicht in den Wald. Ich dachte, dass die Schafe nur darauf warteten, so nach dem Motto: “Los, schnell fort, die Alte kuckt gerade nicht”.
Liebe Grüße und genieße die herrliche Sonne, liebe Ute.
[Antwort]
Oh liebe Gudrun, ich kann deine Aufregung gut verstehen. Aber ich glaube du hast es gut gemacht…
Nun bin ich natürlich gespannt, wie die Geschichte weiter geht.
http://bit.ly/aFV1O2
Das Video -Schafe machen Stunk- hat mein Sohn aufgenommen
Liebe Grüße
Bärbel
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@ Bärbel
Oh ja, liebe Bärbel,
das kenne ich auch! Wenn die “Böckchen” ihre Rappel bekommen, kann es schon ganz schön zur Sache gehen. Denen macht das aber nichts, weil sie einen ganz schön harten Nischel (wie die Sachsen sagen) haben.
Schau dir das Video noch mal an: Die Damen unter den Schafen beeindruckt das überhaupt nicht.
Vielen Dank für das Video und einen schönen Gruß an deinen Sohn.
Liebe Grüße an dich.
[Antwort]
Hast du gut gemacht, liebe Gudrun. Dass du dich der Herausforderung gestellt hast!

Da kannst du sehr stolz sein.
Hab einen schönen Abend, liebe Grüße
Heike
[Antwort]
@ Heike
Naja, damals war es ein Abenteuer und jetzt… Man musste ein klitzekleines Bissel jünger sein.
Liebe Grüße und einen schönen Abend.
(Aber, du hast Recht, manchmal muss man sich einfach der Herausforderung stellen. Und siehe da, es geht!)
[Antwort]
Was für ein Abenteuer. Man braucht sehr viel Mut, um das ebenso mal alleine durchzustehen.
Wie lange ist denn das jetzt eigentlich her ?
[Antwort]
@ Frau Fröhlich
Das ist zwei Jahre her. Vorher waren die Schafe für mich nur zum Streicheln da.
Liebe Grüße, die Gudrun
[Antwort]