Das ist Paula, die richtige Paula.
Als ich mal wieder die Schafe besucht hatte, erlebte ich ihre Geburt mit. Einige Tage später bekam ich einen Anruf. Der eine Schäfer war krank und der andere bekam Besuch. Ich wurde gefragt, ob ich denn mal den einen Tag hüten gehen könne. Klar, konnte ich.
Ein Mistwetter war das. Es regnete in Strömen, und schon auf dem Weg zum Pferch hatte ich vom Stampfen über den Acker Klumpfüße, weil die Erde an meinen Gummistiefeln hängen blieb. Die Hunde waren recht unlustig. Ich konnte es ihnen nicht verdenken, aber die Schafe hatten trotzdem Hunger. Wir mussten los.
Und da stand ich nun, mitten auf dem Feld, bei strömendem Regen, eingemummelt in den Schäfermantel. Die Zeit war wie angestemmt. Sonst hatte ich mir immer mit allem Möglichen die Zeit vertrieben, aber bei dem Regen ging nichts mehr. Aber auch dieser Tag verging, und am Nachmittag machte ich mich mit der Herde auf zum Pferch.
Da sah ich sie wieder, die Paula. Alleine stand sie auf dem Feld, alle vier Beinchen auf einem Fleck, den Schwanz eingezogen, den Kopf gesenkt. Sie konnte nicht mehr weiter. Mir war schon aufgefallen, dass Paula viel kleiner war als die anderen Lämmer. Es stellte sich heraus, dass Paula keinem von den Mutterschafen zuzuordnen war. Wahrscheinlich war sie ein Drilling. Ich nahm die Paula hoch, sah bei der Gelegenheit, dass es eine Paula war und kein Paul, und steckte sie unter den Schäfermantel. In kürzester Zeit war sie eingeschlafen. Ich stapfte mit Paula unter dem Mantel den anderen Schafen hinterher. Sie war zwar recht klein, aber nach einiger Zeit hatte ich das Gefühl, einen Sandsack zu schleppen.
Damit niemand traurig sein muss: Wir haben die Paula erst einmal bei der Herde gelassen. In den nächsten Tagen wurde es warm, eben richtiger schöner Frühling. Paula hielt sich immer bei den Mutterschafen auf, und wenn die nach ihren Lämmern riefen, war Paula zuerst da und ergaunerte sich ihr Schlückchen Milch.
Die Geschichte von Paula konnte ich Kindern so nicht erzählen. Auch wenn alles gut ausging, ist das doch recht traurig, ein Lämmchen ohne Mutti alleine im Regen… Und so entstand die Geschichte vom Lamm Paula, welches immer seine Wolle verschenkte, an die Gänse, die Enten… In der Geschichte fanden sich alle wieder: Asta und Moritz, der Schafbock Julius, der immer mit dem Vorderbein stampft, wenn ihm irgendetwas nicht passt.
Ich glaube, so ist das besser.

liebe gudrun,
für die kinder ist das bestimmt besser. zwar sollen sie auch lernen, was teilen heißt, aber kinder können sich nur schwer ohne wenigstens ein elternteil entwickeln. besser wären zwei. es können auch gleichgeschlechtliche eltern sein, hauptsache sie sind eltern.
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kann mir vorstellen, wie schwer die paula nach einer kurzen strecke wurde
liebe grüße,
frau w.
[Antwort]
Wie Recht du hast.
Kinder haben übrigens überhaupt keine Probleme mit gleichgeschlechtlichen Eltern. Nur die “Großen”, die verstehen es manchmal nicht.
Oh ja, Paula war verdammt schwer. Ich brachte es aber nicht über’s Herz, sie zu wecken und wieder auf den nasen Sturzacker zu stellen. Und so habe ich eben die Zähne zusammengebissen und so getan, als ob ich stark wäre
Liebe Grüße an dich, und einen guten Abend.
[Antwort]
Ach wie wird Paula es genossen haben, von dir getragen zu werden.
Lg Ute
[Antwort]
Das hat sie auch, liebe Ute. Ich hatte ein richtiges schlechtes Gewissen, sie dann wieder “auszusetzen”. Wenn ich sie aber mitgenommen hätte, dann wäre es unweigerlich eine Handaufzucht geworden. Die anderen Schafe hätten sie nicht mehr angenomen in ihrer Mitte. So war es gut.
Liebe Grüße an dich
(Ich hatte dann mal für eine gewisse Zeit den Spitznamen “Lämmerhirt”)
[Antwort]
Hallo Gudrun,
eine schöne Geschichte mit gutem Ausgang.
mir hätte die kleine Paula auch total leid getan, aber zum Glück warst Du ja da und hast sie getragen
Liebe Grüße
Katinka
[Antwort]
Liebe Katinka,
das kleine Vieh hat sich prächtig entwickelt. Sie war halt zäh. Und immer, wenn ich sie sah, habe ich mich gefreut, dass ich sie damals getragen habe. Wäre sie liegen geblieben in der Nässe, wäre es das Ende gewesen.
Sei lieb gegrüßt
[Antwort]
Das hast du gut gemacht, liebe Gudrun!
Wie schön, dass Paula gleich unter deinem Mantel eingeschlafen ist, so konnte sie ein wenig Kraft sammeln…
Liebe Grüße
Bärbel
[Antwort]
Ich denke, sie wäre auch gleich auf dem Acker eingeschlafen, liebe Bärbel. Ob sie wieder aufgewacht wäre?
Liebe Grüße an dich.
(Witzig, dass sie nun auch einen Namen hat! Auch bei den Schäfern.)
[Antwort]
paula ist ja ein ganz niedliches kleines schaefchen und die geschichte ist auch schoen.
unsereins war ja noch nie in der naehe von schafe. haette nie gedacht dass die so niedlich sein koennen.
im regen stehen mit dreck um die fuesse war bestimmt kein zuckerlecken. ich finde es aber dennoch lieb von dir, dass du ausgeholfen hast.
lg
Sammy
[Antwort]
Ja, liebe Sammy,
das ist ein ganz niedliches kleines Schafmädchen, mittlerweile ein recht stattliches Schaf. Auf Schafe bin ich mal eher zufällig gestoßen und war von der freundlichen, dem Menschen sehr zugetanen Art begeistert. Ich wünsch’ mir so sehr eigene, aber dafür bin ich nicht mehr jung genug, glaube ich.
Liebe Grüße an dich und deine Familie, die Gudrun
[Antwort]
Das denke ich auch das Paula es genossen
hat von dir getragen zu werden, besonders bei dem
schlechten Wetter. Sonst wäre sie sicher nicht so schnell eingeschlafen auf deinen Armen..*lächel
Und für die Kinder ist das sicher ein schöne Geschichte..
Liebe Grüsse
Elke
[Antwort]
Liebe Elke,
ich denke, die wären am liebsten alle getragen worden. Stell dir das mal vor!:D
Liebe Grüße an dich vom Namansverwechsler Gudrun
[Antwort]
Hallo liebe Gudrun!
Deine Geschichte von Paula rührt mich an.
Meine Frage: Wie jung meinst Du denn muss man sein, um ein Schaf bei sich zu beherbergen ?
Sei ganz lieb geggrüßt von:
Beate
[Antwort]
Liebe Beate,
eins geht gar nicht. Schafe sind Herdentiere und ein einzelnes Schaf zu beherbergen wäre Tierquälerei.
Naja, man muss auch schon ganz ordentlich zupacken können, d.h. die Schafe auch mal auf den Poppes setzten, z.B. beim Scheren oder zum Klauenschneiden. Futter für den Winter braucht man ….
Keine Ahnung, wie jung man sein muss. Das kann man nicht sagen, aber man muss sich sehr kümmern, auch mit reichlich Kraftaufwand.
Ganz liebe Grüße an dich.
[Antwort]
Hach, Gudrun … ich könnte stundenlang Blogeinträge von dir lesen. Diese wunderbaren Schäfergeschichten
[Antwort]
Ja, so ab und zu gibt es Neuigkeiten vom Lämmerhirt
. Ich glaube, liebe Frauke, wir haben uns gegenseitig gut getan: die Tiere mir und ich den Tieren.
Liebe Grüße an dich
[Antwort]