Wenn ich mit den Fahrrad nach Leipzig fahre, komme ich unmittelbar am Kulkwitzer See vorbei. Ein kleiner Abstecher lohnt sich, und ein kleines Eis ist bei der Radpartie garantiert erlaubt.
Das Wetter war nicht toll, hatte aber den Vorteil, dass nicht sehr viele Leute unterwegs waren. Dort, wo sonst eifrig gebadet wird, war eine herrliche Stille. Außer dem Gezänk der Spatzen, die sich um ein Stück Eiswaffel zankten, war kaum etwas zu hören.
Mit dem Kulkwitzer See verbindet mich so einiges. Auf der anderen Seite, in Markranstädt habe ich einige Zeit gewohnt und auf der Wiese da drüben, unterhalb des Pappelwaldes, war ich manchmal mit den Schafen.
Die Leipziger Seite ist mir besonders in Erinnerung, weil ich auf der Wiese und dem angrenzendem Spielplatz mit meinen Hortkindern war. Wir hatten zwar neben der Schule einen Spielplatz, aber die Zeiten hatten sich geändert. Die Kinder störten Anwohner. Und so zog ich eben mit ihnen an den Kulki. Auf dieser Wiese am See durften die Kinder so laut schreien, wie sie wollten, und so laut und kräftig mit den Füßen aufstampfen, wie sie konnten. Drei Minuten lang war das heftig. Dann war der Rappel vorbei. Später kam am Hortzimmer manchmal die Direktorin der Schule vorbei. “Ups. Ich hätte fast abgeschlossen, weil ich dachte, es ist keiner mehr hier”, sagte sie.
Was mag aus “meinen” Kindern von damals geworden sein?
An meinem letzten Arbeitstag konnte ich mich nicht einmal von ihnen verabschieden. Manchmal möchte ich so laut schreien und so mit dem Fuß aufstampfen, wie es auch nur geht. Und ganz bestimmt mache ich das auch noch. Irgendwann.
Liebe Gudrun,
das tut bestimmt gut, mal richtig zu schreien und zu toben. Das sollte man sich gönnen …
Hm, bei manchen Menschen von früher würde man schon gerne sehen, was aus denen geworden ist, das stimmt. Manchmal ist das Leben und sind Veränderungen immer wieder schon schmerzhaft. Oder traurig. Nichts bleibt, wie es ist. Das ist wohl eine der schwersten Lektionen im Leben.
Liebe Grüße sende ich Dir!
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Stimmt, liebe Ellen, und solche Lektionen bekommen wir wahrscheinlich alle zu spüren. Nur die Empfindungen sind wahrscheinlich recht unterschiedlich.
Liebe Grüße an dich
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..na dafür hättest du den ruhigen Tag am See doch gleich mal nutzen können, liebe Gudrun,
auch wenn die Spatzen sich erschreckt hätten…
gut tut das auf jeden Fall, sich mal richtig Luft zu machen und alles, was den Hals zu drückt hinaus zu schreien, notfalls auch, wenn der See voller Leute ist, sollen die doch gucken…hauptsache, dir geht es hinterher besser…
liebe Grüße von Birgitt
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Auf die Nerven gehen konnte ich an diesem Tag nur ganz wenigen, liebe Birgitt.
Liebe Grüße
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Liebe Gudrun,
so eine schöne Landschaft ..der See strahlt Frieden aus. Ja, das ist der Vorteil vom nicht ganz so optimalen Wetter – man hat seine Ruhe. Und es tut trotzdem gut, in der Natur zu sein.
Oh ja …schreien und stampfen, machmal tut das richtig gut. All den Frust rauslassen .. der sich angesammelt hat und irgendwie nie ein Ventil bekommen konnte.
Ganz viele liebe Grüsse an dich
Ocean
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Wenn man bedenkt, dass das mal ein Tagebau war! Es ist wirklich schön dort.
Herzliche Grüße
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und wir machen es dann doch nicht, denn es ist uns peinlich. Irgendwer könnte uns sehen oder hören. Dazu gehört viel Mut oder Wut, oder beides zusammen.
Liebe Grüße
Elvira
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Ich habe mir zwar schon etwas abgewöhnt, dauernd auf Peinlichkeiten zu achten, aber das hätte ich mich nicht getraut. Höchstens in der Kinderhorde.
Liebe Grüße
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-Was mag aus meinen Kindern von damals geworden sein?- Nun ja, sicher sind sie schon erwachsen und erinnern sich noch an die schöne Spielerei in der Natur zurück. Wo können denn bitte Kinder noch so ungestört spielen? Unsere Kinder spielten immer im Wald “Bude” bauen und so weiter. Wenn ich mit dem Hund damals spazieren ging, konnte ich dann die “Bauten” noch bewundern. Meine Kindern erinnern sich gerne an die Zeit “auf dem Dorf”, auch wenn sie heute eher diee Stadt bevorzugen.
LG, Christiane
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Buden bauen – oh ja, das hat alle Kinder immer begeistert, drinnen und draußen.
Auf dem Dorf kann man wunderbar Kind-sein, aber dann ist es auch richtig, mal in die Stadt zu gehen. Sonst klebt man zu sehr an der Scholle.
Liebe Christiane, ich schick dir liebe Grüße in die “säggs’sche Haubdstadd”.
[Antwort]
Tja, was mag aus ihnen geworden sein? Es wäre sehr schön, wenn sich vielleicht mal der ein oder andere noch mal melden würde. Aber das gibt es selten …
Laut schreien und mit dem Fuß aufstampfen sollte man schon mal, wenn es nötig ist. Das entlastet und erleichtert. Ich habe das manchmal im Auto gemacht, wenn ich von meiner Mutter wegfuhr. Und ich war sogar mal heiser danach
Aber vielleicht kannst du den See auch für dich ‘umnutzen’ und zu einer Idylle machen, wo du gerne mal verweilst.
[Antwort]
Das ist er schon, liebe April.
Auch im Herbst ist es dort wunderschön, wenn der Nebel aus dem Wasser aufsteigt, die Bäume bunt gefärbt sind. Dann packe ich meinen Ranzen und mach mich auf!
Liebe Grüße an dich
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Es ist sehr traurig, dass du dich nicht von deinen Kindern verabschieden konntest, liebe Gudrun.
). Aber an dieser schönen idyllischen Stelle fällt es sicher schwer.
Ja, so richtig schreien und mit dem Fuß aufstampfen sollten wir Erwachsene auch manchmal (wenn niemand zuschaut
Geh in den Wald und suche dir einen Baum aus, den du mit beiden Händen umfassen kannst. Stampfe mit dem Fuß, brülle ihn an und schüttle ihn. Das erleichtert ungemein.
[Antwort]
Ich war damals richtig krank, liebe Ute. Und habe mich danach nie nach meinen Kindern erkundigt.
Jetzt ist viel Zeit vergangen, und ich kann wieder darüber nachdenken. Mit dem Fuß aufstampfen hätte ich damals sollen.
Liebe Grüße an dich
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Das mit dem Schreien kenne ich auch, aber in so einer schönen und stillen Landschaft mag man es nicht, oder? Vielleicht hättest du ein das vermutlich kalte Wasser springen sollen, um eine Runde zu schwimmen. Dann hättest du vielleicht von ganz allen geschrien
Ohne Verabschieden, das ist nicht schön ! LG von Rana
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Oh ja, ab ins kalte Wasser und meine Rheumaknochen hätten garantiert gejubelt.
Geschrien hätte ich dort nicht. Ich werde mal aufs Feld gehen, bei Sturm…
Liebe Grüße an dich
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Liebe Gudrun,
dieses Gefühl kenne ich, allerdings wäre mit das Aufstampfen mit dem Fuß dann zu wenig
Manchmal frage ich mich, warum wir alle so schaumgebremst durchs Leben gehen.
Aber das tut man doch nicht, das hören wir schon als Kleinkind. Und dann tun wir es auch nicht.
Und suchen unser Leben lang nach Ventilen für unsere Gefühle.
Das ist ein sehr schöner See, mir gefällt die Natur dort bei “Euch” sehr, sie hat noch so etwas Unberührtes.
Viele liebe Abendgrüße von Dori
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Ja, manchmal ist die Suche nach Ventilen gar nicht so einfach, weil wir tatsächlich erst einmal darüber nachdenken, was die anderen dazu sagen werden…
Liebe Dori, ich grüß dich herzlich
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Liebe Gudrun,
das war mal wieder ein Streifzug durch deine Vergangenheit. Danke dafür.
Die Aktion mit den Kindern finde ich super.
Meine Tochter habe ich bei Regen mit Stiefeln, einem Regenmantel und sogar einem kleinen Hut gekleidet und dann durfte sie draußen in jede Pfütze springen. Das hat sie auch ausgiebig getan. Heutzutage hat sie keine Angst vor Regen.
Liebe Grüße an dich in dein Spinnstübchen ♥
[Antwort]
Als ich vor über 20 Jahren zum Autofahrer mutiert war, war ich totunglücklich, dass ich nicht mit Absatzschuhen fahren konnte. Heute habe ich mir Regenschuhe gekauft und es geht mir gut. (Und wenn keiner hinsieht, hüpfe ich auch mal in eine Pfütze.
)
Liebe Grüße an dich, liebe Bärbel
[Antwort]
Hallo Gudrun,
eine schöne Landschaft – ganz ruhig und friedlich.
Manchmal muss man seinem Ärger Luft lassen – warum nicht auftsampfen und schreien?
Das tut manchmal sehr gut
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
Katinka
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Ich wünsche dir auch ein schönes Wochenende, liebe Katinka. Und ganz viel Sonne, damit B.alou es so richtig schön warm hat.
Liebe Grüße an dich
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Ja, die Arbeit mit den Kindern habe ich auch sehr geliebt in meinem Beruf.
Doch die werden leider immer weniger. Es gibt kaum mehr Verordnungen dafür.
Lass uns mal gemeinsam stampfen und schreien…………
Was die Anderen denken? Vielleicht sogar – Wow die traut sich das, beneidenswert.
[Antwort]
Eigentlich ist das schlimm, denn ich weiß, dass es gerade bei Kindern so einiges getan werden müsste (Nachsorge nach Verletzungen und Knochenbrüchen, Haltiúngsschäden…) Ich weiß nicht, wieso immer am falschem Ende gespart wird.
Liebe Grüße
[Antwort]