Wie in jedem Jahr, um die Weihnachtszeit, hatte die Geschichte Nußknacker und Mausekönig von E.T.A. Hoffmann Hochkonjunktur. Der Plattenspieler zog um ins Kinderzimmer. Tschaikowskys Ballettmusik machte sich gut als Hintergrund zum Vorlesen, Geschichten ausdenken, Einschlafen. (Manchmal schlief ich schneller als meine Kinder.) Zuerst musste ich sie vorlesen, später las der Jan. Wir hatten zwar einen Kampf-Kater Nero, aber die Geschwister waren überzeugt, dass irgendwo im Kinderzimmer-Fußboden auch ein Mausekönig lebt. Und da war es durchaus angebracht, einen starken Helden im Zimmer zu haben.
Wenn ich könnte, würde ich es aufschreiben, wie das war mit dem Mäusekönig im Leipziger Kinderzimmer. Der konnte sogar Betten anknabbern und Hausschuhe zerbeißen. Jaja, das war so! Abends, wenn die Kinder im Bett waren, und der Kater plötzlich einen Streubeschwanz bekam und unter der Bettdecke verschwand, kam er angeraschelt. Böse sah er aus, zerzaust, schmutzig, mit einer Augenklappe vor einem Auge. Über die Bettdecke kam er geschlichen, einen kleinen Säbel in der Hand, mit dem er dem Jan vor dem Gesicht herumfuchtelte und ihn manchmal in die Nase piekte, wenn er nicht schnell genug zum Kater unter die Decke flüchten konnte. Jeden Abend dachte er sich eine andere Gemeinheit aus, und manchmal schien es, dass er die Oberhand gewinnen würde im Leipziger Kinderzimmer. Wenn da nicht der mutige Nussknacker gewesen wäre.
Der Jan hatte eine unglaubliche Phantasie.
Manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Zeit zurückdrehen. Das wird leider nichts, aber in den Keller gehen kann ich, um wie jedes Jahr um diese Zeit den Nussknacker aus seiner Kiste zu holen.
Liebe Gudrun
dein gezeichneter Nussknacker sieht genauso aus wie der, den ich als Kind hatte. Toll ..da werden Erinnerungen wach! und du hast das so schön beschrieben, wie es früher war bei Euch. Einfach schön, eine solche Phantasie
Ich wünsch dir ein rundum schönes Adventswochenende und schicke dir ganz viele liebe Grüße
Ocean
[Antwort]
Ich frage mich immer, von wem der Jan die Phantasie geerbt hat.
Liebe Grüße an dich, liebe Ocean, und viel Spaß beim Musik hören.
[Antwort]
Das ist jetzt aber nicht “fishing for compliments” – *grins* – Einen großen Teil sicher von dir, den anderen von sich selbst!
[Antwort]
Das Video mit Tschaikowskis Nussknackersuite und dem Bolschoiballett war immer der Renner in der Adventszeit. meine Kinder konnten nicht genug davon bekommen. Dann war mal das russische Staatsballett mit der Nussknackersuite in Dresden. Und obwohl die Karten relativ teuer waren mussten wir unbedingt hin. Dafür verzichteten die Kinder sogar auf auf ihren Nikolaus (den sie dann natürlich trotzdem bekamen). Ja, auch bei uns wird es dieses Jahr die erste Adventszeit ohne Kinder! Dafür kann ich hinfahren und andere Weihnachtsmärkte erleben. Mal sehen, was Jena und Erfurt so zu bieten haben.
LG, Christiane
[Antwort]
Liebe Christiane, ganz liebe Grüße nach Dresden zu dir
[Antwort]
Eine süße Geschichte, liebe Gudrun. Es wäre wirklich schön, wenn man speziell für solche schöne Erinnerungen die Zeit zurückdrehen könnte, aber wirklich nur dafür
[Antwort]
Wenigstens gibt es diese Erinnerungen, liebe Ute. Ein bissel ist das ja wie Zeit zurück drehen, gell.
Herzliche Grüße an dich
[Antwort]
Was für eine schöne Geschichte, liebe Gudrun.
Ich wünsche dir einen schönen ersten Advent und wenn du magst, lies mal bitte hier:
http://paradalis.wordpress.com/2011/11/25/news-news-news/
Vielleicht kannst du ja dabei sein, ich würde mich sehr freuen!
Liebe Grüße
Heike
[Antwort]
Ich weiß es noch nicht, liebe Heike. Mal sehen, was mir das neue Jahr bringt.
Liebe Grüße nach Chemnitz und ein Knuddler für “meinen” Attila
[Antwort]
Wir holen unseren Nussknacker wie jedes Jahr am Samstag vor dem 1. Advent, also morgen, in die Gute Stube. Und das, obwohl es auch hier schon lange keinen Mäusekönig mehr gibt. Aber die Erinnerungen bleiben. Und das schöne an so einem Blog ist, dass wir sie mit anderen teilen können.
Und ich stell mir grad vor, wie ein kleiner Junge zum Kater unter die Decke flüchtet
[Antwort]
Wenn Jan Geschichten “lebte” war er sehr überzeugend für seine Schwester. Die sauste nämlich gleich mit unter die Decke, unter seine. Und manchmal schliefen alle in einem Bett ein.
[Antwort]
So einen tollen Nussknacker haben wir nicht… nur so einen ganz einfachen. Aber wirklich oft brauchen tue ich den auch nicht.
[Antwort]
Unserer sah zwar schön aus, aber er musste nie Nüsse knacken. Ich hatte immer Angst, dass er sich die Zähne ausbeißt. Zum Knacken hatte ich eine Zange, einen Drachen, der aus Rußland stammte. Der war noch aus dem Ganzen gefeilt.
Liebe Grüße in den Norden
[Antwort]
Einfach nur herzig – alles – der Nußbeißer, die Vorstellung vom Kinderzimmer-und–herzen-Zustand vor langer Zeit, und dass die Großen schneller als die Kleinen schliefen, das war wohl in verschiedenen Wohnungen so.
Lieben Gruß an dich von Clara
[Antwort]
Herzliche Grüße nach “Bär”lin
[Antwort]
Ich hätte ja schon Schwierigkeiten, es erwachsenengerecht zu erklären. – Mit Anna kommen sehr oft Erinnerungen an meine eigenen Kinder hoch.
[Antwort]
Ach Mensch, damals habe ich manchmal gedacht: “Können die heute mal ein bissel die Klappe halten. Ich bin so müde.” Nein, sie konnten es nie. Und die Müdigkeit war irgendwann weg.
Eine hübsche Geschichte. Da rückt Weihnachten gleich noch ein wenig näher. Unser Nussknacker wird auch jedes Jahr zur Adventszeit wieder hervorgeholt. Er gehörte einfach schon immer dazu.
Liebe Grüße von Silberdistel und einen schönen 1. Advent
[Antwort]
Bei meinem ist an einigen Stellen die Farbe etwas ab. Ich werde ihn mal aufpolieren müssen.
Liebe Silberdistel. auch dir einen schönen ersten Advent, und liebe Grüße
[Antwort]
Hallo liebe Gudrun,
auch wir hatten früher einen solchen Nußknacker – Du hast ihn mit Deiner Zeichnung toll getroffen!
Nachdem meine Mutter dekoriert hatte, habe ich jedes Jahr stundenlang mit den Weihnachtsdingen gespielt. Der Nußknacker war auch immer dabei
Liebe Grüße
Katinka
[Antwort]
Ich kenne das auch. liebe Katinka, dieses stundenlange Spielen. Mir hat es später dann immer großen Spaß gemacht, meine Kinder dabei zu beobachten.
Liebe Grüße an dich
[Antwort]
«Wenn ich könnte, würde ich es aufschreiben, wie das war mit dem Mäusekönig im Leipziger Kinderzimmer.»
Aber damit hast Du doch gerade begonnen? Hm – und wer sagte mir letztens, daß wir damit anfangen müssen, solche kleinen Geschichten aufzuschreiben, damit sie nicht vergessen werden? Warst das nicht Du?
Und wenn Du nicht schreiben magst: Mach ein “neues Mosaik” daraus …
[Antwort]
Stimmt, Emil, du hast Recht. Es ist gut, wenn man jemand hat, der einem aus dem “Hängerchen” herauszieht. Ein neues Mosaik wird es nicht gleich, aber ich habe mich gleich ans Zeichnen gemacht. Ganz schön weit bin ich gekommen. Es geht immer besser und immer schneller. Jetzt habe ich rote Monitor-Kuck-Augen, muss erstmal aufhören. Aber morgen mache ich weiter und werde vielleicht auch fertig.
Danke, Emil.
[Antwort]
Auweia! Aber ein Buch wird’s ja trotzdem
[Antwort]
Nee, es wird kein Buch, bloß eine kleine Geschichte.
(Aber die macht auch schrecklich viel Arbeit.)
Siehst, das ist das, was ich meine, die schönen kleinen Geschichten, die deine Kinder bestimmt auch sehr interessieren. Du könntest für sie auch mal irgendwann ein Büchlein machen, diese Erinnerungen kombiniert mit deinen Zeichnungen dazu.
Ein bisschen wehmütig wird einem da zumute. andererseits schön, dass es solche lustigen und schönen Erinnerungen gibt.
LG, Ingrid
[Antwort]
Ja, liebe Ingrid, ich verstehe dich sehr gut. Ich habe heute angefangen, die Nussknackergeschichte zu zeichnen. Ich denke, sie wird gut.
Liebe Grüße an dich
(Es wird auch noch ein Büchlein werden. Etwas, was bleibt.)
[Antwort]
… zurückholen können wir diese schöne Zeit mit unseren Kindern nicht, leider. Aber wir haben die Erinnerung in uns gespeichert und immer, wenn wir ein Stück aus der Kinderzeit in den Händen halten, leben die Geschichten und Erinnerungen in uns wieder auf. Nun spute dich und geh schnell in den Keller….
Liebe Gudrun, ich wünsch dir was, nämlich nur Liebes.
[Antwort]
Jawohl, dieSchätze aus dem Kller sind oben. Und die Erinnerungen auch.
Liebe Mandy, schön, dass du da warst, und liebe Grüße
[Antwort]
So einen Nußknacker hatten wir in braun, aber der konnte keine Nüsse knacken, da habe ich lieber die Nußzange genommen und später hatte ich den Nußknacker sogar als junge Ehefrau zur Zierde in meiner Wohnung, aber nicht sehr lange, denn irgendwie mochte ich in nicht mehr.
GLG Marianne
[Antwort]
Ich glaube, unserer hat auch nie Nüsse geknackt. Er war nur eben da zur Weihnachtszeit.
Liebe Marianne, danke für deine lieben Adventsgrüße. Ich wünsche dir einen schönen, gemütlichen Tag.
Liebe Grüße
[Antwort]
Zum Glück hat der Jan schnell genug reagiert – sonst wäre er angeknabbert oder angepiekst oder gibt es Narben?
Da habt ihr euch ja tolle Geschichten ausgedacht. Und es liest sich so herzerfrischend.
Mir fällt zum Nußknacker “Larifari Mogelzahn” ein von Janosch. Kennst Du den?
Da denkt sich der Nußknacker so wundervolle haarsträubende Geschichten aus. Er redet sich um Kopf und Kragen weil er sonst gefressen wird vom ehrlichen Löwen.
[Antwort]
Siehste, so ging es immer dem Jan mit seinen Geschichten.
Ich bin gerade dabei zu zeichnen, wie es bei uns im Kinderzimmer zuging.
Liebe Grüße an dich, liebe Mia
[Antwort]
Huch, da war ja richtig was los in eurem Kinderzimmer.
Solch einen Nußknacker hatten wir nie.
Wollte ich auch nicht, mochte die irgendwie nicht. Sahen mir immer zu rabiat aus, lach.
[Antwort]
Ach, der sieht nur so aus. Im Grunde genommen ist er dafür da, die Kinder zu beschützen vor dem Mäusekonig.
Liebe Grüße an dich, liebe Bärbel
[Antwort]
Wir haben heute noch so einen ähnlichen aus Holz
Ja, Weihnachten in unserer Kindheit, das war wirklich noch ein Fest – bescheiden, aber doch großartig.
Liebe Grüße und hab einen schönen 1. Advent.
Anna-Lena
[Antwort]
Wenn ich mal Enkel haben werde, möchte ich das wieder so handhaben. Es soll eine schöne Zeit sein, mit ganz vielen Geschichten, Plätzchen backen und basteln. Ja, wenn …
Liebe Grüße an dich, liebe Anna-Lena
[Antwort]
Wie schön Du diese Erinnerungen eingefangen hast, liebe Gudrun
Ich bin sicher, Dein Nußknacker wird von Dir gepflegt und gehegt, damit er all die Advent- und Weihnachtszeiten gut übersteht, die da noch kommen werden.
Einen schönen 1. Advent für Dich von Dori
[Antwort]
Das wünsche ich dir auch, liebe Dori, von ganzem Herzen.
Liebe Grüße an dich
[Antwort]
*lach* es scheint fast so, als hättest du unseren Nussknacker gemalt
Er steht seit Freitag wie viele andere Weihnachtsfiguren wieder bei unserer beleuchteten Tannengirlande.
Auch er musste zumindest seit wir ihn haben (er ist ursprünglich aus dem Besitz meiner Schwiegereltern) noch nie Nüsse knacken. Ich hätte Angst, dass er dabei aus Versehen zu Bruch geht.
Deine Geschichte aus Jans Kindheit vom Nussknacker ist wunderbar
[Antwort]