Der Emil hatte gesagt, dass ich mit der Wohnung fertig bin, wenn die Amseln, die ich seit Tagen beobachtet habe, flügge sind. Sie sind es, aber an Wohnung ist noch zu tun. Lieber Emil, wer konnte denn ahnen, dass sich die Vögel so schnell entwickeln. Vor noch nicht all zu langer Zeit lagen sie noch als bläuliche Wesen ohne Federn im Nest.
Als ich vorgesten mal wieder in den Schuppen schlich, stand eines der Jungen auf dem Nestrand. Steht da, sieht mich, kratscht laut und hüpft aus dem Nest. Aufgeregt und unentschlossen flattert es auf dem Fußboden hin und her. “Au weia”, dachte ich, “jetzt hast du mit deiner verdammten Neugierde das Junge vom Nestrand geschuppst.”
Kurze Zeit später sah ich die kleine Amsel vor dem Schuppen, dann auf der Wiese und plötzlich flatterte sie auf einen kleinen Baum im Nachbargarten. Die Eltern fütterten indes unbeeundruckt die im Nest verliebenen kleinen Vögel.
Gestern konnte ich es nicht erwarten, in den Schuppen zu kommen.
Ein einziges Junges war noch da. Von seinen beiden Geschwistern gab es keine Spur. Das Junge kletterte auf den Nestrand, ich zückte schnell die Kamera, machte ein Foto und schlich wieder weg.
Kurze Zeit später fühlte ich mich beobachtet. Da sitzt doch das letzte Amselchen mitten auf der Wiese und schaut mich an.
Das Kleine hüpft den Gartenweg entlang und zum Gartentor hinaus. Ganz vorsichtig schleiche ich ihm mit der Kamera nach.
Noch einmal ruht sich die kleine Amsel aus, dreht sich sogar noch einmal um und entschwindet durch den Gartenzaun in einen fremden Garten.

Ich freue mich sehr, dass ich das Treiben im und um das Amselnest im Schuppen beobachten durfte. Das Wunder “Leben” ist so schön und beeindruckend. Jetzt sind die Kleinen ausgeflogen. Sie werden noch ein Weilchen von ihren Eltern mit Futter versorgt. Manchmal kann ich ihr schrilles Kratschen in den Nachbargärten hören. Mal sehen, wie lange es dauert, bis in dem Nest wieder Eier liegen.
Als ich am späten Nachmittag mit dem Kaffeepot auf der Wiese saß, flatterten zwei kleine Amseln mit gelben Flecken am Bauch im Tiefflug an mir vorbei. Meine!
Macht’s gut, und passt immer schön auf euch auf.



Hallo liebe Gudrun,
nun geht es mir wieder besser und ich bin heute bei Dir zu Besuch und habe alle noch nicht gelesenen Beiträge mit Freude und Spannung gelesen. Du bist ja sehr fleißig gewesen und es hat sich gelohnt! Die Idee mit dem Mäuselochbild finde ich sehr originell!!! Die Entwicklung der kleinen Amseln habe ich mit Freude mitverfolgt. Bei uns waren schon öfter die Rotschwänzchen zu Gast in unserer Scheune, das war auch spannend anzusehen.
Nun wünsche ich Dir noch viel Kraft und Ausdauer, damit Dir auch die restlichen Arbeiten gut von der Hand gehen.
Liebe Grüße von:
Beate
[Antwort]
Liebe Beate,
ich freue mich sehr, dass es dir endlich wieder besser geht. Das war aber sehr hartnäckig.
Danke für deine lieben Worte.
Liebe Grüße von der Gudrun
[Antwort]
…wie nett, liebe Gudrun, dass die kleinen Amseln sich von dir verabschiedet haben…
ja es ist etwas besonderes, diesen Werdegang mitverfolgen zu können…schön, dass du uns auch teilhaben lässt…
lieber Gruß von Birgitt
[Antwort]
Ja, so schien es fast. Ein bissel sauer bin ich schon: Die Männchen singen weiter vorn in der Gartenanlage, und die Rangen sind raus aus dem Nest und fort.
Die nächsten muss ich beschwatzen.
Liebe Grüße an dich
[Antwort]
Was glaubst Du, mit wie viel Begeisterung ich Deine Amsel-Berichte verfolgt habe, liebe Gudrun?! Vor ein paar Jahren hatte ich eine solche Pracht direkt in dem großen Blumenkasten vor meinem Küchenfenster. Um nichts vorweg zu nehmen oder zu beschwören, schreibe ich erst jetzt. Denn bei den Erst-Ausflug-Startungen wurde von den letzten drei Lütten eines noch von einer Elster geholt. Da konntest Du aber im ganzen Viertel das Gemotze der Amsel-Eltern hören. Die haben richtig Jagd auf die Elster gemacht. Alle anderen haben es aber geschafft und bis auf dieses Ende habe ich es wochenlang, Tag und Nacht genossen, dieses Schauspiel zu beobachten. Es war einfach herrlich! Danke für Deinen Bericht!
[Antwort]
Oh ja, mich hat das Leben mit dem Nest auch begeistert. Ich hoffe, dass sie es schaffen, die Kleinen, denn sie halten sich ja noch oft auf dem Boden auf.
Auf dem Dorf haben wir unglaublich viele Elstern, aber kaum Amseln. Jetzt weiß ich auch warum.
Herzliche Grüße an dich
[Antwort]
Ach je – so schnell sind die flügge? Meine Güte, das dachte ich nicht …
Aber ich freue mich mit Dir darüber, daß wir (ja, Du hast uns Lesern ja auch die Möglichkeit gegeben) sie ein wenig beobachten durften beim Wachsen. Und daß wir sozusagen ihren Abschied direkt miterleben durften.
Jetzt fang nur nicht an zu lamentieren oder zu hektiken, weil Du ja langsamer warst als die Vögel. Mensch muß nicht immer am schnellsten sein, sondern rechtzeitig …
[Antwort]
Dass das so schnell geht, wusste ich auch nicht.
Aber ehrlich, ein bissel lamentieren darf ich schon. Wen betütele ich denn nun?
[Antwort]
Das ging aber nun wirklich schnell. Wie schön, dass du sie alle beobachten konntest. Fast könnte man meinen, sie hätten sich von dir verabschiedet.
[Antwort]
Ich habe mir sagen lassen, dass das Weibchen bis zu drei Mal im Jahr brüten kann. Ml sehen, ob das Nest nochmal genutzt wird.
[Antwort]
Deine Amselchen sind ja fluggs groß geworden! Du wirst sehen, die kommen immer wieder zurück. Wir hatten einmal eine Amselfamilie auf dem Balkon, die Kinder und Kindeskinder sind uns über viele Jahre treu geblieben.
Liebe Grüße!
[Antwort]
Oh, das ist ja drollig. Da habe ich ja Hoffnung, dass ich sie mal wieder sehe. Wir haben beschlossen, dass wir jeden Tag im Winter Futter hin bringen. Und das Fenster vom Schuppen bleibt auf.
Liebe Grüße an dich, liebe Margot
[Antwort]
Wie schön, sie haben alle überlebt und erkunden nun die große weite Welt.
Wir hatten letztes Jahr Rotkehlchen in der Eibe, das Nest hab ich auch fotografiert. Dauerte gar nicht lang, da waren alle ausgeflogen und ich verdutzt, wie schnell das ging.
Liebe Abendgrüße von Kerstin.
[Antwort]
Ein Ei haben wir im verlassenen Nest gefunden, welches nicht ausgebrütet war. Die anderen haben sich prächtig entwickelt. Eines war recht klein. Ich hatte schon Angst, dass es zu schwach zum Leben ist. Am Ende hat man keine Unterschiede mehr gesehen.
Liebe Grüße in die Aue
[Antwort]
Wunderschön! Und wunderschöne Fotos!!!
[Antwort]
Danke, aber nun sind sie eben weg. So ist das.
[Antwort]
Das ging aber flott
:-)
Hoffentlich starten sie gut und sicher in ihr neues Leben.
Unsere Dackel haben heute eine tote junge Drossel angeschleppt, ganz jung. Ich vermute, sie wurden wegen Krankheit aus dem Nest geschubst
Liebe Grüße zum Abend,
Anna-Lena
[Antwort]
In dem Nest war ein unausgebrütetes Ei. Mich wundert, dass es nicht entfernt wurde. Ich hatte sowieso das Gefühl, dass die Amselmama noch etwas unbeholfen war. Der Amselmann war eifriger.
Liebe Grüße an dich
[Antwort]
Ja, ja liebe Gudrun, bei den Amseln geht das ganz fix. Sie haben meistens 2 x Nachwuchs in einer Saison! Kannst Du ganz getrost mit Deiner Wohnung weitermachen! Was macht das Mauseloch an der Tapete? Ein Foto für’s Blog ist es doch wert oder?
LG, Christiane
[Antwort]
Das Mauseloch steht noch nicht an, weil ich noch nicht gedruckt habe. Ich bin oft in Leipzig unterwegs und muss mal schauen, wo ich das drucken kann. Min eigener Drucker ist kampfunfähig.
Liebe Grüße an dich
[Antwort]
Liebe Gudrun
was für ein schöner Foto-Bericht über die Amselchen ..da geht mir ja das Herz auf
Und sooo niedlich ist der Kleine – hab Dank für diese tollen Aufnahmen und dass du uns immer auf dem laufenden gehalten hast über die Amselfamilie. Das sind richtige Glücksmomente
Weiterhin ganz viel Energie und Kraft für dich und liebe Grüße,
Ocean
[Antwort]
Oh ja, ein bissel Energie und Kraft brauche ich noch, liebe Ocean. Morgen “gurke” ich erstmal mit dem Radel in das Dörfchen und packe weiter. Aber bald ist es geschafft.
Herzliche Grüße an dich
[Antwort]
Liebe Gudrun, was für ein lebendiger, lebensfroher Bericht.
Und die Fotos sooo schön.
Das war ja ein Glücksfall der besonderen Art, dass du Zeuge dieses ganzen Werdeganges werden konntest.
Und uns hast du damit auch eine grooooooooße Freude bereitet.
Neben der vielen Arbeit, die du hast, war das immer eine kleine wohltuende Auszeit für dich.
Nun bist du ja fast fertig, auch das ist wunderbar.
deine Bärbel
[Antwort]
Ja, die Malerarbeiten sind fertig, liebe Bärbel. Fassadenfarbe muss noch auf den Balkon und neue Bodenfliesen ins Bad. Das wird auch noch.
Liebe Grüße
[Antwort]
Die Amselgeschichte ist richtig rührend. Und als Begleitung zu deinen Umzugs,-/Einzugs,-/Maler- und sonstigen Arbeiten sehr erbaulich. LG Margarethe
[Antwort]
Mir hat das auch gut getan, liebe Margarethe. Ich brauche so etwas immer, wenn es dicke kommt.
Schön, dass du da warst, obwohl ich kaum zu Blogrunden komme.
[Antwort]
Liebe Amseloma,
übst Du schon fleißig den Amsel-Lockruf? Und schnell wech…..
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Ich linse noch mal vorsichtig vorbei, denn mir gefällt Deine Amselgeschichte so sehr. Wirklich wunderschön. Und dass die sich von Dir fotografieren lassen finde ich echt bemerkenswert. Bei mir hauen die Vögelchen immer ab, sobald ich meinen Foto zücke.
[Antwort]
Den Amselvati habe ich immer mit Krümel belohnt, weil er so toll mit gefüttert hat. Die klagt er jetzt immer schimpfend ein, obwohl das Nest leer ist.
[Antwort]
Toll, dass Du den Ausflug Deiner Amseln so schön dokumentieren konntest. Es hat bestimmt viel Spaß gemacht, die ersten “Geh”versuche der Amselkinder zu beobachten. Ich habe vor einigen Tagen auch mit der Kamera vor unserer Tür gestanden und unsere ausfliegenden Blaumeisen beobachtet. Schön war’s!
Liebe Grüße von der Silberdistel
[Antwort]
Ja, das ist immer wieder ein Erlebnis. Mal sehen, ob das Nest nochmal genutzt wird.
Liebe Grüße
[Antwort]