Dieser Beitrag ist für eine Freundin, der ich versprochen habe, für einen fröhlichen Blog-Beitrag zu sorgen. Ich versuche es mal. Los geht’s.
Meine Mutter sagte öfter: “Der sieht aus wie ein Stachelbeerförster!” Im Sächsischen heist das natürlich Schdachelbärferschdor. So richtig konnte ich mir darunter nichts vorstellen, aber als ich meine Bilder vom Wollewaschen ansah und meinen ferschdorlichen Hut, fiel mir das wieder ein. Garantiert hätte mich meine Mutter auch so benannt.
Aber, bitteschön, was ist ein Stachelbeerförster? Und wie sieht er aus?
Stachelbeerwaden! Oh ja, die kenne ich.
Aber ehrlich, rennt ein Förster in kurzen Hosen durch den Wald? Nach dem Wollewaschen waren meine Beine nach einer Mückenttacke richtig perforiert.Im Wald stelle ich mir das noch viel schrecklicher vor.
Naja, manchmal ist ein langes Beinkleid eben besser, nicht nur zur Mückenabwehr. Aber bitte nicht meckern: Ich habe mich beim Zeichnen wahnsinnig schwer getan mit den Waden. Gar nicht so einfach! Das war wie bewusst schräg singen.
Nein, ich glaube, von sehenswerten Stachelbeerwaden leitet sich der Stachelbeerförster nicht her. Da hab ich mir aber ein Ding gedreht.
Und nun?
Meine Mutter bezeichnete Männer als Stachelbeerförster, die so ein bissel verwildert aussahen, wie der Waldschrat eben. Bei uns wird das “durch die Gegend streifen” auch mit “herum förstern” bezeichnet. Solche Waldschrats gibt es in großen Städten auch, und die sieht man auch mehr oder weniger zielsicher herum förstern. Mit der Försterei haben die aber bestimmt nichts am Hut.
Meine Freundin meinte, unrasierte Männer sind Stachelbeerförster.
Ja, wie denn nun?
Mancherorts werden die Laubenpieper als Stachelbeerförster bezeichnet, die sich jeden Morgen bei Tagesanbruch auf die Jagt nach allerlei Getier machen, die ihrem Salat, den Radieschen oder den Kirschen an den Kragen wollen. Ich glaube das nicht so recht, aber ich werde mich mal bei den Leipziger Laupenpiepern umhören. Kann zwar sein, ich bekomme einen Rüffel, aber : Ich will es wissen!
Kann es sein, dass die Jäger den als Stachelbeerförster bezeichnen, der bei der Jagd immer etwas – sagen wir mal – glücklos ist?
Ich rief meine Freundin an, die Wirtin aus der Jägergaststätte, die mit dem Jägervater. Von ihr wollte ich das nun ganz genau wissen. Zuerst musste ich mir anhören, dass man Jäger und Förster schon mal gar nicht, gar niemals nie nicht, gleich setzen darf. Da liegen Welten dazwischen. Ach was, Universen! Ansonsten konnte sie mir auch nicht weiter helfen. Und ihr Vater, der Jäger, ist im Urlaub.
So. Da sitze ich nun und weiß nix. Irgendwann kommt mir vielleicht noch die Erleuchtung. Vielleicht weiß einer von euch, wer oder was ein Stachelbeerförster ist.
Ich mache mich wieder vom Acker, oder aus dem Wald. Und das nächste mal erzähle ich euch vom Brombeerblueser.





Wenn man das mal googelt, taucht relativ häufig Ruhrpottdialekt auf. Einen Eintrag hab ich gefunden der dies besagt:
ein ungepflegter Mensch,der sich nicht gern wäscht…siffig eben…
Spielplatz
Ein dünnes,schmächtiges Kind
Gemüse und Früchte,denen man(n) nachsagt,sie wirken aphrodisierend,also Spargel,Porree,Bananen…
Aber woher hatte Deine Mutter Ruhrpottdialekt?
[Antwort]
Tja, das ist die Frage? Bei uns gibt es das Wort auch. Irgendwer hat es eingeschleppt. Oder ausgeschmuggelt?
[Antwort]
…und wenn dir die Erleutung nicht kommt, so ist es dennoch eine wundervolle Geschichte – mit und ohne Stachelbeeren.
[Antwort]
Ich habe schon gesucht und gefragt… Viele verwenden das Wort, aber dann? Achselzucken.
[Antwort]
Bei dir muss ich lernen, dass Sächsisch eine schwer zu erlernende (Fremd-)Sprache zu sein scheint – da ist ja das Jägerlatein noch einfacher zu begreifen.
Damit machst du sicher Freude, das ist ja die Hauptsache. Is ja egal, wer oder was der Stachelbeerförster ist oder macht.
Lieben Gruß zu dir!
[Antwort]
Ich hoffe es sehr, liebe Clara. Und eigentlich möchte ich so viel mehr tun.
Einen lieben Gruß aus Leipzsch
[Antwort]
Hehehe, sie zeichnet wieder
Gehts noch ferschdorlicher midd d´r Schbroche mein ich…. ???
Liebe Gudrun das freut mich sehr. Die erlegte Dame gefällt mir …..
Schdachelbärferschdor?? – ferschdorlich
Die Stechfliege guck auch ferschdorlich fies. Mit Aussicht auf Waden anpiecksen – was?
Sei herzlich gegrüsst von Mia
[Antwort]
Haha, liebe Mia, es geht immer noch Ferschdorlicher.
Das wirst du schon noch sehen. Oder hören? (Nachstes Jahr. Bei Arte.)
Grüße unter deinen Schreibbaum.
[Antwort]
Ich habe noch nie jemanden was von einem Stachelbeerförster erzählen hören. Deswegen weiß ich nicht, was das ist und deswegen weiß ich nicht, ob ich mal einen getroffen habe…
[Antwort]
Meine Mutter war ein Herzchen. Sie hätte ruhig mal eine Erklärung dazu geben können. Ich habe aber auch nicht gefragt.
[Antwort]
Was ich völlig vergessen hatte zu schreiben, Deine Zeichnungen sind grandios!
[Antwort]
Pst! Nicht so laut!
Danke, liebe Frau Momo.
[Antwort]
…also ich kenne das Wort nicht, liebe Gudrun,
und kann mir auch nichts darunter vorstellen…egal, deine Geschichte und Zeichnungen sind toll…
lieber Gruß von Birgitt
[Antwort]
Ich werde das schon noch ergründen, liebe Birgitt.
Deine Mail hab ich erhalten. Da sehen wir uns ja bald.
Liebe Grüße von der Gudrun
[Antwort]
Das Wort kannte ich auch nicht, aber von Stachelbeerbeinen habe ich schon gehört. Das sind dann genau die entzückenden Waden, die du gezeichnet hast
Selbst deine Mücke traut sich wohl nicht, da reinzustechen. Gudrun, solche Berichte und Zeichnungen liebe ich von dir. Mach weiter so.
[Antwort]
Ich werde mir Mühe geben, liebe Ute. Einige Ideen “grummeln” schon wieder.
[Antwort]
Wir sagen Stachelbeerbeine…
Liebe Gudrun, gib einen Tropfen Teebaumöl auf die Stiche, dann hast du Ruhe.
Es ist ein natürliches, trockenes Öl.
[Antwort]
Jepp.
[Antwort]
Vielleicht meinte Deine Mutter auch einen StachelBÄRförster … wobei ich dann auch nicht wüsste, wer dem Förster einen stacheligen Bären aufgebunden hat.
Sehr amüsant, wie Du Dich dem Begriff zeichnerisch näherst. Jägers Trophäensammlung … einfach köstlich.
Liebe Grüße nach Leipzig
Eva
[Antwort]
So erfolglos scheint er nicht gewesen zu sein – der Jäger.
Siehste, den Bären auf den Rücken binden, das hätte ich auch noch zeichnen können. Das wandert gleich noch in die Ideenkiste.
Liebe Grüße an dich, liebe Eva
[Antwort]
Schön, dass Du Dein Versprechen, das Du Deiner Freundin gegeben hast, auf diese Art umgesetzt hast. Mich hat es heute früh auf alle Fälle aufgeheitert.Dankeschön!
Liebe Grüße von Elvira
[Antwort]
Ich bin froh, dass ich es getan habe, liebe Elvira. Weißt du, man hängt manchmal durch und hat eigentlich nur ganz kleine Gründe.
Liebe Grüße an dich
[Antwort]
Schdachelbärferschdor….dieses Wort werde ich mal üben, ist schwierig es auszusprechen und würde ich gerne für alle nicht rasierten Männer anwenden und mich dabei kaputtlachen
Mag nämlich nicht die unrasierten, männlichen “Schdachelbärferschdor”.
LG Mathilda
[Antwort]
Beim Üben den Unterkiefer (Undorgiefer) ein bissel nach Vorn schieben…
Liebe Grüße an dich
[Antwort]
Liebe Gudrun, was hab’ ich heute schon gelacht!!! Meine Mutter kannte auch eine Menge ähnlicher Aussprüche, ihrerseits übernommen von ihrer Mutter. Wenn ich mich da in meine Mutter (breitestes Badisch) reindenke, dann hätte die mit einem Stachelbeerförster wahrscheinlich jemanden gemeint, der sich (angeblich kenntnisreich, sprachgewandt und etwas exzentrisch gekleidet) gibt wie ein Förster, aber tatsächlich in allem nur bis an sein Stachelbeerbäumchen im Hausgärtchen kommt. LG und weiterhin viel Forschergeist! luna
[Antwort]
Ha, das ist ein ganz neuer Aspekt, liebe Luna. Danke dir.
Liebe Grüße
[Antwort]
Schdachelbärferschdor sind glaube ich Schrebergärtnerjäger, mit der Erlaubnis das ein oder andere Kleingetier zu schießen. Vielleicht Maulwürfe
Guck mal ich habe eine Wortliste gefunden. Irgendwo da drauf steht auch der sächsische Schdachelbärferschdor. Dank deiner Steckbriefe wissen wir ja nun wenigstens wie er aussieht! Dein Beitrag ist mal wieder köstlich – Danke für den Spaß! http://www.gladitz-online.de/wortliste.htm
[Antwort]
Ähmd!
)
Genau das hatte ich auch gefunden. Und irgendwie ist das einleuchtend. Wir hatten in der Gartenanlage früher einen, der hat die Maulwürfe gefangen und in den Wald geschafft.Nur ganz zeiti, mit den ersten Lichtstrahlen am Tage sieht man sie buddeln. Nur er konnte das.
Aber meine Mutter kannte keine Gärtner.:D Da sind die Unrasierten am Wahrscheinlichsten.
(Mir ging es als Kind wie Eva.
[Antwort]
Jetzt hab ich aber gelacht! Und ja, zwischen Förster und Jäger liegen Welten. Da hat das eine nix mit dem anderen zu tun und doch ist ein Förster meist auch ein Jäger. Sohnemann ist grad im Busch unterwegs, werde ihn nachher gleich mal fragen. Als angehender Förster (und neuerdings auch offiziell Jäger) weiß er das vielleicht.
Liebe Abendgrüße von Kerstin.
[Antwort]
Ja, das würde mich wirklich interessieren, liebe Kerstin.
Liebe Grüße in die Aue
[Antwort]
Nee, weiß er leider nicht. So was wird nicht gelernt
[Antwort]
Von all deinen wunderbaren Zeichnungen in diesem Post gefällt mir die von den nackten Hax’n am besten – des san so richtige Lederhosen-Wadln.

Was ein Stachelbeerförster sein sollte, weiss ich leider, leider überhaupt nicht, da mir bislang dieses Wort gänzlich unbekannt gewesen ist. Allerdings erscheint mir Isa’s Erklärung am einleuchtesten.
♥liche Grüße!
[Antwort]
Da habe ich auch lange überlegt, ob man so viel nackte Haut überhaupt zeigen kann.
)
Liebe Margot, ich schick dir Grüße nach München ( zu den Lederhosen-Wadln.
[Antwort]
Liebe Gudrun,
nachdem ich Deinen Beitrag gelesen haben, bin ich sofort ins Badezimmer gegangen und habe mich rasiert – war auch notwendig, wenn ich mich spaeter in die Oeffentlichkeit wage.
LG aus dem sehr sommerlichen Arkansas, wo wir gestern endlich mal wieder Regen bekommen haben.
[Antwort]
Liebe Gudrun, zuerst habe ich in meinem Gedächtnis und dann im Sächsisch-deutschen Wörterbüchlein gefahndet. Nix. Im Inernet fand ich zwei verschiedene Sächsisch-Wörterbücher. Da gabs Worte, die ich längst vergessen hatte, aber sehr gut kannte. Sozusagen eine kleine Reise in die Vergangenheit. Aber der Stachelbeerförster kam nirgends vor. Woher deine Mutter den wohl hatte ?
) Eine lustige interessante Korrespondenz ist inzwischen entstanden. Scheene Griese aus Karlsruhe. Dieser Dialekt wirft oft auch Fragen auf.
)
[Antwort]
Das ist sooo herrlich, liebe Gudrun
ich lach mich cheps .. und deine Zeichnungen sind der Hammer! Auch dialekttechnisch hab ich nun wieder was dazugelernt. So grinsen mußte ich auch über den Laubenpieper – dieses Wort kenn ich auch nicht, wie das wohl bei uns heißen mag? denn die “Gattung” gibt es definitiv auch. Der Maulwurf ist ja so niedlich
und die Stechmücke ..also die guckt ja so richtig unternehmungslustig “wo kann ich das nächste Blutsauge-Opfer finden..”
Nun bin ich ja schon sehr gespannt auf den Hintergrund des Brombeerblues *g* und ob du noch was rauskriegst bezüglich der Stachelbär..ähm..beerförster
Ganz liebe Wochenendgrüße schickt dir W.
[Antwort]
Lach liebe Gudrun. Also ich sehe hier derzeit wieder sehr viele “Stachelbeerförster”, allerdings weniger im Wald. Kaum scheint die Sonne ein bisschen länger als sonst, schon fühlen sich die Herren der Schöpfung verpflichtet, uns ihre Beine (eine detailgenaue Beschreibung möchte ich hier nicht abgeben) in irgendwelchen komischen kürzeren Hosen zu zeigen. Könnte man diese Herren nicht auch als Stachelbeerförster bezeichnen?
Ich werde jetzt beim Anblick jedes Mal an Dein Post und das Wort “Stachelbeerförster” denken müssen – kicher!
Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende, hier ist das Wetter ganz wunderschön, wie im August halt
Dori
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Ich kann dir leider bei deiner Frage nach dem Stachelbeerförster auch nicht behilflich sein.
Aber das es einen riesigen Unterschied zwischen Jäger und Förster gibt, das wusste ich … und die meisten Jäger sind mir ein Dorn im Auge
[Antwort]
Die Geschichte bereitet mir Vergnügen, liebe Gudrun.
Dialekt und Zeichnungen lassen mich schmunzeln.
Ganz liebe Grüße von:
Beate
[Antwort]