Besuch bei der Freundin in der Elsteraue

Es kommt nicht darauf an, daß die Freunde zusammenkommen, sondern darauf, daß sie übereinstimmen.
(Quelle: Goethe, J. W., Gespräche. Mit Kanzler Friedrich von Müller, 14. April 1830)

Wir hatten uns lange nicht gesehen. Viel zu lange. Am Wochenende hat Herr E. einen City Flitzer geholt und wir sind endlich zu meiner Freundin in die Elsteraue gefahren.
Endlich konnte ich Herrn E. den Hof der Freundin zeigen, wie ihre Feuerbohnen alle Wäscheleinen beansprucht haben, unzählige Tomatenpflanzen in Töpfen in Reih und Glied herumstehen und reichlich Früchte tragen und es überall grünt und blüht.
Mein Liebling, der Milan, begrüßte uns, als wollte er sagen: Ihr wieder! Ich bin auch da.

Die Gelbe Katze kam gerade vom Räubern zurück. Als sie uns auf der Bank sitzen sah, erstarrte sie und wollte schon wieder umkehren. Fremde! Eindringlinge in ihrem Hof! Sie ist Fremden gegenüber sehr scheu. Ich denke es ist gut so, denn leider gibt es nicht nur Katzenfreunde. Die Freundin hat beruhigend auf sie eingesprochen und da kam sie näher, ganz langsam, so seitlich, im Schräggang. Dann schätzte sie die Entfernung zur Haustür und Zack! war sie drin.
Sie muss sich gewöhnen, meinte die Freundin. Dann klappt es auch mit Vertauen und Annäherung. Wir müssen halt öfter kommen.

Von der Terrasse des Hauses der Freundin konnten wir über die Elsteraue schauen. Eine Aue ist eigentlich ein Feuchtgebiet. Hier war es fast so trocken wie bei uns zu Hause. Regen fehlt hier genauso und ich mag gar nicht darüber nachdenken, was passiert, wenn es mit der Wärme und Trockenheit noch einige Jahre so weiter geht.

Auch die Wiesen haben sich verändert. Viele einheimische Blumen sind verschwunden. Ich musste damals mit den Schafen auf eine Wiese, weil dort wilde Orchideen wuchsen. Schweres Gerät für die Wiesenmahd hätte ihnen den Garaus gemacht. Wahrscheinlich ist hier Ähnliches passiert.

Trotzdem habe ich mich gefreut, in die Ferne schauen zu können. Das fehlt mir in meinem Innenhof und damals, als ich im Dörfchen bei Leipzig wohnte, habe ich es geliebt. Ansonsten war das Leben dort schwierig.

Es war sehr schön bei meiner Freundin. Ich habe selten so eine Verbundenheit gespürt. Wir haben so viele gemeinsame Interessen, denken und fühlen oft sehr ähnlich, tauschen uns aus und lernen voneinander. Ich bedauere es sehr, dass wir so weit auseinander wohnen. Ich denke, dann würden wir oft zusammenhocken und tüfteln und ausprobieren. Es dauert manchmal, bis man seinen Seelenverwandten findet. Hat man ihn, muss man ihn schüztzen und bewahren.
Ach ja, wir sagen uns auch, was zu sagen ist. Das ist gut so, weil keine Missverständnisse aufkommen.

Der schönste Tag geht auch mal zu Ende. Leider. Nachbars Hühner verzogen sich schon in den Stall und wir machten uns auch auf den Weg in die laute, heiße Stadt, die mir manchmal so auf die Nerven geht. Die Freundin hatte eine Kiste gepackt und mitgegeben, mit Zuccini, Tomaten, Kürbis, Kräutern …
Danke, du Liebe. Und diesmal warten wir nicht wieder so lange mit einem Besuch.

Jetzt ist sie „drin“, die Anleitung zum Fausthandschuhe stricken

Irgendwas ist immer zu erledigen wie Gelee aus geernteten Füchten machen, Gemüse aus dem Garten einkochen, Wolle zupfen und kardieren … Und so habe ich den Blog vernachlässigt. Das gefällt mir gar nicht, denn ich blogge gerne. Aber jetzt ist sie ja geschrieben und verfügbar die Anleitung wie man Fausthandchuhe stricken kann. Zu finden ist die über das Hauptmenue „wollige Anleitungen“ und ich verlinke auch hier noch mal zu der PDF. Die Mützen-Anleitung werde ich auch noch erstellen, nicht gleich, aber bevor es kalt wird. Sie ist leicht zu fertigen. Mütze und Handschuhe zu stricken ist kein Hexenwerk.

Was war außer den Fausthandschuhen noch getan?

  • Der Vorratsschrank füllt sich. Wir hatten reichlich Johannisbeeren geerntet. Und weil mich die Kernchen in den Beeren stören, habe ich Gelee darus gekocht. Ich musste kosten, weil es so lecker war.
  • Fruchtliköre sind angesetzt, brauchen aber noch einige Tage um zu reifen.
  • Die meisten Kräuter sind geerntet, getrocknet und in Gläsern verstaut. Meinen Tee für den Winter habe ich fertig. Diesmal habe ich nichts verbummelt.
  • Alle Pflanzen, die ich groß gezogen habe, sind in den Garten umgezogen. Jetzt können sie dort fein wachsen und gedeien. Nichts und niemand schadet ihnen.
  • Die Wolle von meinem Patenschaf ist gewaschen. Herr E. hat mir sehr geholfen, denn die Hitze hat mich schon arg ausgebremst. Dafür bekommt er auch die ersten Hüttenschuhe in diesem Jahr. Der Entwurf schlummerte ja schon lange in der Ideenkiste.

    Ich habe diesmal für die Hüttenschuhe drei Fäden gesponnen und miteinander verzwirnt. Und diesmal kommt ein Zopf obenauf. In Runden ein Zopfmuster gestrickt hatte ich noch nie. Immer was Neues macht das Leben allerdings spannend. Gut so.

Zum Bloggen

Ich muss einfach wieder mehr Zeit investieren, denn ich werde auf alle Fälle weiter machen, schreiben, zeichnen u.a. Ich will nichts verlernen und habe auch genug Themen. Da mich aber auch noch vieles andere umtreibt, muss ich ein bissel besser planen. Den Literaturtreff und den NABU gibt es ja auch noch und mein Buch will auch fertig werden. Zeit für Fausthandschuhe oder anderes Wollige bleibt bestimmt noch.

Ich freue mich sehr auf morgen, auf die Elsteraue, meine Freundin Karin, die gelbe Katze, den Milan, und, und, und…
Mal sehen, ob das alte Haus noch steht oder ob es nun schon ganz in sich zusammengefallen ist.

zeichnen gegen die Faxen dicke zu haben

Neue Projekte und viel zu werkeln

Seit meinem letzten Blogbeitrag ist wieder viel (zuviel) Zeit vergangen. Ich habe neue Projekte am Wickel. Hüttenschuhe und „Latschen“ (Pantoffeln) wird es auch in diesem Jahr wieder geben, d.h. ich bin fleißig am Stricken. Das geht inzwischen etwas langsamer als früher, weil mir die Hände arg weh tun, aber ich muss sie bewegen, wenn ich gegen das Rheuma ankämpfen will. Außerdem gibt es mittlerweile Studien darüber, wie das Stricken dem Hirn gut tut. Einerseits sorgt das Stricken für Entspannung und andererseits fordert es vom Hirn ordentlich Aufmerksamkeit und Konzentration. Für beides will ich in Übung bleiben..

Winter-Set aus der Wolle der Leineschafe

Eines meiner letzten Projekte war, Mütze, Socken und Fausthandschuhe für mich zu stricken aus der Wolle der Leineschafe. (Ich will aber nicht schon wieder über die wunderbare Wolle meines Patenschafes schwärmen.) Der Winter kann kommen und auch die Weihnachts-Sammelkiste steht schon bereit, auch wenn man bei der Hitze der letzten Tage noch gar nicht an solches denken mag. Über meine Mütze freue ich mich besonders. Die Haare bleiben auch bei Nieselregen oder Schnee schön trocken. Sie sitzt locker und rutscht trotzdem nicht und sie ist genau für meinen Bollerkopp passend gemacht.

Der Modellkopf hat schon arg gelitten. Er steht auf meinen Schrank und wenn ich ihn brauche, nehme ich die Krücke und fummele ihn vom Schrank herunter. Manchmal gelingt es mir nicht, ihn aufzufangen und so poltert er öfter auf die Nase. Die Schmisse werden immer mehr und mir tut es jedes Mal etwas mehr leid.

Es ärgert mich immer wieder, wenn ich Anleitungen finde, die auf ein ganz bestimmtes Garn zugeschnitten sind. Mein handgesponnenes Garn ist sehr unterschiedlich und ich wünsche mir Anleitungen, die man einfach anpassen kann. Wenn sie auch noch verständlich geschrieben sind, um so besser.

Für das Projekt „Fausthandschuhe“ habe ich das versucht und werde sie in meine Rubrik Anleitungen demnächst einfügen. Wenn ich dann noch Lust habe, folgt auch noch die Mütze.

Rosen und Wermut – sie vertragen sich prima und schlagen so manchen Schädling in die Flucht

Morgen gehe ich mit in den Garten. Ich werde mir die rechte Hand bandagieren müssen, aber egal. Im Garten muss ich noch ein bisschen Wolle zupfen und dann geht es ans Kardieren. Ich muss unbedingt Kettgarn spinnen, damit es endlich im Spätherbst mit dem Weben losgehen kann. Bis dahin fechte ich noch ein bisschen mit Nadeln.

So spannend kann Leben sein.

Gartenzeit stand an. Ich war fertig mit der nächsten Ladung Wollwäsche und setzte mich an den Teich. Es war gut, einfach die Hände in den Schoß zu legen und nur zu schauen, was an unserem kleinen Gewässer so los ist. Jetzt, im Sommer, spürt man, dass überall neues Leben entsteht.

Unserem Frosch geht es gut und so wie es aussieht bleibt er bei uns. Manchmal sonnt er sich und wenn es ihm zu warm wird, zieht es sich in seine Gemächer zwischen Schilfgras, Mädesüß und Blutweiderich zurück. Da ist es schön feucht und kühl. Ab und an gibt er Laut und manchmal landet er mit einem ordentlichen Bauchklatscher im Wasser. Ich bilde mir ein, noch einen zweiten gesehen zu haben. Vielleicht gibt es bald noch neues Leben in und an unserem Teich.
Herr E. meinte: „Dreizehn Jahre habe ich den Teich und immer habe ich mir einen Frosch gewünscht. Erst jetzt hat einer zu mir gedunden. So lange hat es gedauert.“
Na, das ist ja nun alles gut geworden.

Ihr habe ich lange zugesehen, der blauen Prachtlibelle. Bei Wikipedia habe ich erstmal nachgelesen, wie diese Libellen an unserem Teich zu Nachwuchs kommen. Hoffentlich legen sie die Eier gut ab, denn da sind ja noch Alfred, der Frosch, und die Goldfische im Wasser.

Das wollte ich eigentlich gar nicht fotografieren. Es war ein Zufallsbild. Ich hatte mich nur gewundert, dass Ameisen über die Seerosenblätter rannten. Zu Hause sah ich erst, dass die Ameisen auf dem Blatt Blattläuse züchten, sie behüten, Fressfeinde verjagen und wild sind auf den Honigtau, den die Blattläuse ausscheiden. Manche Ameisen suchen geeignete Pflanzen aus, die viel Saft in sich bergen, und schleppen die Blattläuse dahin. Die Blattläuse saugen Saft aus der Pflanze und die Ameisen animieren die Läuse, auf Kommando den Honigtau abzugeben. Dafür trommeln sie mit ihren Antennen auf das Hinterteil der Blattläuse. Die Ameise muss nun den Saft nur noch aufnehmen. Melken nennt man das.

Das alte Seerosenblatt sieht aus wie das Körbchen von Däumelinchen

Was es nicht alles gibt! Und alles ist so spannend. Es erinnert mich wieder daran, wie ich auf Wiesen oder an Bachläufen die Zeit vergessen habe als Kind und jedesmal ordentlich Ärger bekam. Das war mir aber egal. Später hatte ich solch schöne Momente vergessen. Ich rannte nur noch im Dauerlauf von A nach B und sah kaum noch etwas neben mir. Erst auf der Schafweide später änderte sich das wieder und jetzt bin ich glücklich, so viele Naturwunder zu sehen.

Er hat sich einen guten Platz ausgesucht, am Wasserhahn. Die Wasserstelle hat er für sich ganz alleine. Er oder sie (das muss ich noch raus bekommen) ist ein grünes Heupferd. Ich weiß inzwische, wie man Männlein und Weiblein unterscheidet. Wenn ich das kleine „Grüne Ungeheuer“ wieder treffe, werde ich genauer hinsehen.

Wisst ihr, ich war immer traurig, weil ich nicht mehr da rumklettern kann, wo und wie ich das wollte. Auch die Schafweide ist fast immer außen vor. Jetzt weiß ich, dass an manches irgendwann im Leben ein Haken dran gehört und nun einfach für anderes mehr Zeit ist.

Die Garten-Chef-Maus und ich verabschieden sich für heute. Wir bleiben dran an all dem Abenteuerlichen, welches am Teich im Garten zu beobachten ist. Wer weiß, vielleicht sonnt sich bald ein Salamander auf unserer Trockenmauer.
Ich wurde immer gefragt, ob ich die Insektenzählung beim Nabu mitmache. Wenn ich mich weiter so mit den Insekten beschäftige, kann ich das irgendwann tun.


Neuanfang nach Zwangspause

Gedanken nachhängen
kein KI-Bild, es ist echt, gemacht von meinem Sohn

Es wird wieder Zeit, dass ich mich mal wieder hinter meinen Rechner klemme, einen Neuanfang wage. Ich musste eine Zwangspause einlegen.
Zum ersten Mal wurde ich mit Tatütata in die Notaufnahme gekarrt und schon die Fahrt war gruslig. Mein Dank gilt dem Rettungsteam und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Notaufnahme. Sie haben mir sehr geholfen. Und das soll es auch gewesen sein zu dem Thema. Wer schreibt schon gerne über Krankheiten. Mein Doc meinte, dass ich nicht alles an mich heran kommen lassen soll. Er hat schon Recht, aber … Mal wieder hat es mir ordentlich die Beine weggeknallt. Irgendwie habe ich den Glauben verloren, dass alles gut wird in dieser Republik und in der Welt. Auch dazu werde ich nicht mehr schreiben. Ich habe keine Lust darauf, wieder abgekanzelt zu werden, bringe mich lieber anders ein, direkt in Gesprächen.

Ansonsten war schon einiges los. Zum 50.sten Geburtstag von Grünau waren 50 Tische aufbebaut, quasi für jedes Jahr einer. Unser Literaturtreff hatte auch einen. Es war eine gelungene Veranstaltung gewesen an diesem Tag. In der Presse spielte es kaum eine Rolle. Ja, wenn einer Omi die Handtasche geklaut worden wäre, hätte man sich nicht wieder eingekriegt.

Ich konnte im vergangenem Monat mein Patenschaf besuchen beim Nabu in den Kulkwitzer Lachen. Damit ich im Gelände hinkam zu den Schafen, durfte ich mit dem Auto mitfahren. Das war richtig gut, denn ich war die Erste auf der Weide und konnte in aller Ruhe Schafe streicheln. Als der Rest der Paten angelaufen kam, machte sich die Schafe vom Acker, besser von der Weide. Wolle durfte ich mitnehmen und die wasche ich gerade im Garten. Socken und Handschuhe habe ich schon gestrickt. So habe ich wieder etwas zum Verschenken vor dem Winter.

Im Garten ist gerade die schönste Zeit. Alles blüht üppig und Herr E. hat endlich einen Frosch in seinem Teich. Seit Jahren hat er sich das gewünscht. Mal sehen, was sich noch alles ansiedeln wird in unserem kleine Biotop.

Meine Stare sind wieder abgeflogen. Die Kleinen waren stark genug, sich mit auf die Reise zu machen in ihr erstes großes Abenteuer. Nun muss ich wieder ein Jahr warten auf die Staren-Gang. Hoffentlich können sie wieder wohlbehalten zum Brüten wiederkommen. Jetzt wird es wieder stiller vor dem Fenster. Ich bin erstmal wieder befreit von dreimal Putzen am Tage und Futter nachlegen.

So, das soll es erstmal gewesen sein, wieder ein Neuanfang. Ich habe lange überlegt, das Bloggen sein zu lassen, aber nein, ich werde weiter machen, auf meine Art. Und vielleicht schaffe ich heute auch mal wieder eine kleine Blogrunde.

Heft 15 des Literaturtreffs Grünau: Kunst vor unserer Haustür

Unser 15. Heft der Autoren des Literaturtreffs Grünau ist da, genau richtig zum 50sten Geburtstag unseres Wohngebietes.

Unsere Silke Heinig, die vor über 10 Jahren den Literaturtreff mit Beate Bühner gegründet hatte, schrieb dazu:

„Liebe Freunde, die Feierlichkeiten zum 50sten unseres Stadtteils nehmen gerade richtig Fahrt auf. 
Wir waren gestern mit der Präsentation unseres Heftes 15 „KUNST vor unserer Haustür“ offensichtlich gut in ein gedankliches Zentrum vorgestoßen. 
Ganz lieben Dank noch einmal für die geduldige und kreative Arbeit von Gudrun und Wolfgang Ebert an Lektorat und Layout. 
Jeder von uns hat so seine eigene Lieblingsfigur, erinnert sich an Spielplätze oder Treppenaufgänge in den Bibliotheken, weiß noch, wo die eine oder andere Plastik stand und erinnert sich an Wandbilder in Grünauer Gaststätten oder an Grünauer Turnhallen, so wie jetzt eins an der Caritas Begegnungsstätte entstanden ist. 
Lest in Ruhe im Heft nach, vielleicht führt das noch zu weiterführenden Gedanken

Und besonderen Dank auch an Wolfgang Schieweck, der unseren „Schnürsenkel“ ganz neu interpretiert hat und uns mit den 50 Grußkarten zum 50sten von Grünau eine GROSSE Freude bereitet hat. 

Es gab viel zu bereden, Geschichten zu hören, Fotos zu gucken, zu erinnern, zu freuen. Und so lebendig soll er ja auch sein, unser Literatur Treff Grünau. „

Oh ja, es war eine schöne Veranstaltung, die Beate Bühner wunderbar moderierte. Ich saß da vorn und konnte in die vielen lächelnden Gesichter schauen. Silke hatte Recht: Wir waren mit unserem Thema zum 15. Heft genau richtig, wenn man liest, dass den Baubürgermeister der Stadt Leipzig das Thema auch umtreibt:

„Grünau war von Anfang an durch eine bildkünstlerische Gesamtkonzeption geprägt:
Skulpturen, Wandbilder, Leuchtschriften und Ähnliches trugen – und tragen bis heute – entscheidend zur Identität des Stadtteils bei. 
Diesen einmaligen Schatz wollen wir heben und so langfristig bewahren.“

In einigen „Presseblättchen“ liest man viel Abwertendes über unser Wohngebiet. Dieses schmuddelige Jäckchen zieht sich keiner von uns an. Gerade jetzt, zu den Feierlichkeiten zum Jahrestag der Grundsteinlegung merkt man, wie viele Menschen hier sich engagieren und sich um Zusammenhalt und Lebensfreude bemühen. Dass unser Literaturtreff auch einen Beitrag dazu liefert, freut mich sehr. Ich werde mich auch weiterhin einbringen können. Von Leipzig Grünau und auch vom Literaturtreff werde ich jetzt öfter mal berichten.

(Mehr zu „50 Jahre Grünau“ lesen und Bilder kucken kann man, wenn man den Links auf einer unserer Internet-Seiten folgt.)

Ich wohne gerne hier und das liegt nicht nur an dem vielen Grün im Stadtteil, sondern auch ganz besonders an den Menschen, die hier leben.

Die Autoren des Heft 15 / „Kunst vor unserer Haustür in Leipzig-Grünau“ / Foto: Elke Fisser

Spitzwegerich

Es gibt Pflanzen, die liebe ich einfach.

Dass ich mich als Kind gerne auf Wiesen aufhielt, davon hatte ich ja schon öfter geschrieben. Unsere Lieblingswiese anno Dunnemals wurde zweimal im Jahr gemäht und diente als Futter für Nutztiere. Im Frühling wuchs sie schnell und erreichte eine Höhe von mindestens einem Meter. Was gab es da nicht alles: verschiedene Gräser (in denen wir uns versteckten), Gänseblümchen (aus denen wir uns Kränze flochten), Sauerampfer (den wir aßen), Kräuter (die wunderbar dufteten) und eben auch Spitzwegerich.

Spitzwegerich darf auf meinem Balkon wachsen

Der Spitzwegerich gefiel mir schon immer mit seinen schlanken Blättern und seinen schönen filigranen Blüten. Erst viel später lernte ich, dass er ein nützliches Heilkraut ist und zum Beispiel für Wundbehandlung sehr gut geeignet ist. Man muss nicht Geld zur Apotheke tragen, der Spitzwegerich wächst auf unseren Wiesen, einfach so.

Auch in diesem Jahr habe ich wieder Salbe mit Spitzwegerich gerührt. Besonders gegen juckende Insektenstiche hat sie sich bewährt. Jedes Jahr verschenke ich davon und alle Beschenkten, die sich viel draußen und auf Wiesen aufhalten, haben mir von der Heilwirkung erzählt.

Ich kann nicht mehr so auf Kräutertour gehen wie früher. Mit dem Rollstuhl über die Wiese rollern ist schon ein Abenteuer, aber dann nach unten zu kommen um die Kräuter zu pflücken, geht meistens gar nicht. Also hilft mir Herr E. Der hat es manchmal eilig. Blatt für Blatt pflücken empfand ich immer als ein beruhigendes Ritual. Herr E. hat aber an einer Pflanze so gezerrt, dass er sie mit einem Wurzelrest ausgerissen hat. Ich habe sie zu Hause in ein Töpfchen gepflanzt. Zuerst starben alle Blätter ab, aber dann, als sie neue Wurzeln gebildet hatte, wuchsen neue. Und jetzt blüht sie.

Die restlichen Blätter vom Spitzwegerich zerkleinerte ich und setzte sie mit einem guten Öl an für einen Ölauszug. Der musste im Glas nun drei Wochen an einem kühlen, dunklen Platz stehen und reifen. Mit Bienenwachs wurde der Auszug dann zur Salbe gerühlt. Vitamin E, Lanolin, Sheabutter und anderes kann man mit dazu geben, so wie es einem zusagt.

Spitz- und Breitwegerich
Zeichnung: G. Ebert

Ich habe meine alte Zeichnung von den Wegerichen wieder gefunden und muss noch bemerken, dass sich Breitwegerich genauso eignet als Wundkraut und gegen lästiges Jucken nach Insektenstichen.
Wenn alle liegengebliebenen Aufgaben abgearbeitet sind, möchte ich mal wieder zeichnen. Ich habe wieder Lust dazu bekommen und bestimmt werden noch einige Wildkräuter auf meinem Balkon einziehen. Ich muss nicht mehr so oft über Wiesen rattern und die Insekten freuen sich.

Geschafft!

Vor einigen Tagen war ich zum ersten Mal wieder unterwegs. Ich war mit anderen zu einer nachträglichen Geburtstagsfeier bei der Wohnungsgenossenschaft Kontakt eingeladen. Die WBK Kontakt ist mehr als nur ein Vermieter.
Mir ging es wieder besser und so freute ich mich auf die Feier. Nach all den gesundheitlichen Problemen habe ich mich doch tatsächlich wieder gefangen. Dabei hatte ich es streckenweise so satt, dass ich nicht mehr da sein wollte. Aber, ich lebe sehr gerne, habe Freunde und eine tolle Familie und das habe ich mir ernsthaft klar gemacht. Die dunklen Gedanken ließen mich dann in Ruhe. Ich hatte es geschafft!

Geburtstagsstrauß

Geschafft habe ich aber auch noch anderes. Zum Beispiel war ich mal wieder mit im Garten. Unser kleiner Garten wird immer mehr zum Biotop. Igelhäuser, Überwinterungshilfen, Nistkästen und Futterspender, der Teich und nektarspendende Blumen sind ein guter Anfang.
Herr E. hat die Trockenmauer fertig. Die alten Gehwegplatten haben eine neue Bestimmung gefunden. Ich zeige die Mauer bei Gelegenheit noch mal, wenn alle Pflanzen gut gewachsen sind und vielleicht schon die ersten Bewohner eingezogen sind.

Ich freue mich riesig, dass unser Gartenteich so gut angenommen wird von allerlei Getier. Es kam öfter vor, dass Insekten beim Trinken vom Seerosenblatt fielen. Manchmal sah ich es nicht und es gab Tote oder ich bewegte mich unter großen Schmerzen dahin, weil ich niemand ertrinken lassen wollte.
Jetzt haben wir schwimmende Insektentränken. Sie wurden auch sofort angenommen. Das Problem ist also erledigt und auch geschafft.

Ich wollte erst keinen Teich, aber jetzt freue ich mich über jedes Tier, welches ihn nutzt. Vielleicht sind so viele Tierchen hier, weil sie trinken und baden können so viel sie wollen. Bei uns ist es seit vielen Jahren viel zu trocken und im Moment glüht die Luft schon wieder. Das Problem „Wasser für die Tiere“ hätten wir also auch geschafft.
Der Star hier hat es gut. Er hat eine große Wanne. Meine Stare zu Hause müssen in einer Schale pütschern. Egal, besser als nichts und ich kann ja immer auffüllen. Die Jungvögel wachsen und gedeien. Eine Mutti ist dabei mit vier Jungen. Sie geht so liebevoll mit den Kleinen um und hat so viel Geduld.

Der Gartenteich versorgt viele Tiere mit Wasser - geschafft-
Wassertemperatur ist hervorragend!

Kommt gut über die erste Hitze und genießt die Zeit draußen in der Natur. Oder holt euch die Natur nach Hause, in den Garten oder auf den Balkon.
Tschüss, ich muss wieder, habe noch viel zu tun.

Einmal muss ich noch

Es ist schön, das Staren-Völkchen zu beobachten, wie sie sich zanken, fremden Männern hinterher pfeifen, wenn ich gerade draußen putze, wie die Kleinen wachsen. Jedes Jahr begeistern mich die Stare wieder. Das Wachstum der Kleinen geht ganz schnell und der Rücken zeigt schon Konturen von der typischen Federfärbung der Stare. Einmal muss ich noch was zeigen, was mich zum Schmunzeln gebracht hat. Kuckt mal.

der kleine Star heißt Luzifer - einmal muss ich noch was zeigen

“Die Gudrun hat gelacht, als sie mich sah. Sie meinte, ich heiße Luzifer.“

Habt ein schönes Wochenende. 😀

Zwei Starenkinder sind schon da

ein kleiner Nachtrag zum vorherigen Beitrag

Zwei kleine Starenkinder besuchten mich. Ich habe mich gefraut, dass sie da sind. Die Altstare sind mit Füttern von Nestlingen beschäftigt und zanken sich manchmal vor meinem Fenster. Ich habe schon überlegt, Wartemarken auszugeben. 🙂

Starenkinder
Hallo, Welt, ich bins, Fiffikus Star!


Die Mauser bei den Altvögeln läuft auch schon. Wenn die vorbei ist und die Jungen flügge sind, reisen sie alle wieder ab. Bis dahin aber freue ich mich noch ein bisschen über die kleinen Wunder der Natur.

Wer etwas wissen will über die Vögel, wie sie leben und wohin sie ziehen, findet hier etwas zum Lesen. (NABU)